Verfasst von: dieweltderalgen | 6. Mai 2013

Lingulodinium polyedrum: Alge des Jahres 2013. Ein Panzergeißler. Und das Meer leuchtet blau…

35-55 µm groß … umgeben von schützenden Panzerplatten … angetrieben von zwei Geißeln … mit der Fähigkeit, blau zu leuchten …

Das ist die Alge des Jahres 2013, der Dinoflagellat oder auch „Panzergeißler“ Lingulodinium polyedrum. Und sie leuchtet blau! Zumindest manchmal…, wenn die Zellen mechanisch gereizt werden, zum Beispiel durch sich brechende Wellen, durch Boote oder Schwimmer. Dann senden diese marinen Einzeller blaue Lichtblitze aus oder glimmen. Bei einem Massenauftreten solcher Algen kommt es dann zum Meeresleuchten, ein Phänomen, welches auch an den Stränden unserer deutschen Nordseeinseln zu beobachten ist. Bei uns wird es allerdings durch einen anderen Dinoflagellaten, Noctiluca, ausgelöst. Das Meeresleuchten ist nicht immer zu sehen. Die Alge muss in Massen auftreten und die Witterung günstig sein. Die Einheimischen auf Juist zum Beispiel verraten: Die Chance, das Meeresleuchten zu sehen ist besonders an schwülen Sommerabenden hoch. Dann leuchten die Wellen blau und die nächste Umgebung des im Prielsand einsinkenden Fußes blitzt blau auf! Zudem wurde mir versichert, dass auch das Spülwasser von Bootstoiletten, die mit Meerwasser betrieben werden, manchmal blau aufleuchtet!

Warum manche Algen die Fähigkeit zum Leuchten (Biolumineszens) haben, ist noch nicht ganz klar. Eine Idee ist, dass sie damit Tiere anlocken die wiederum ihre Fressfeinde fressen, eine Art Schutzfunktion also…

Innerhalb der Algenzelle sind bestimmte Zellorganellen, die sogenannten Szintillonen, für das Phänomen der Biolumineszens verantwortlich.

Die Mitglieder der Sektion Phykologie (Algenkunde) der Deutschen Botanischen Gesellschaft wählen seit 2007 die „Alge des Jahres“, um das Interesse auf die Thematik „Alge“ zu lenken und um auf besonders bedrohte oder bedeutende Algen aufmerksam zu machen.

http://www.dbg-phykologie.de/pages/21Presse.html

Lingulodinium_cell4_MonaHoppenrath_web

Lingulodinium polyedrum bildet Panzerplatten aus, die in der elektronenmikroskopischen Aufnahme sichtbar werden. Die Zellen haben eine Länge von 35-55 µm.

Foto: © Mona Hoppenrath, Senckenberg am Meer, DZMB – Deutsches Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung
Foto: © Gustav Johansson, Hydrophyta Ekologikonsult, Schweden.

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Im September 2011 ließen Massen des Einzellers Lingulodinium polyedrum die Wellen vor der Küste Kaliforniens nahe San Diego blau aufleuchten.

Foto: © Mit freundlicher Genehmigung von Prof. em. Christopher J. Wills, University of California, San Diego.

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Responses

  1. […] öfter begegnen oder sind uns schon begegnet. Sie verursachen unter anderem das Meeresleuchten (https://weltderalgen.wordpress.com/2013/05/06/alge-des-jahres-2013-panzergeisler-und-blaues-meeresleu…), bilden hochwirksame Gifte wie das Saxitoxin, sind verantwortlich für die sogenannten „Roten […]

  2. […] (3) https://weltderalgen.wordpress.com/2013/05/06/alge-des-jahres-2013-panzergeisler-und-blaues-meeresleu… […]


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