Verfasst von: dieweltderalgen | 21. Juni 2013

Frank Schätzing: „Der Schwarm“ und „eines der kleinsten Raubtiere der Welt“, die Alge Pfiesteria piscicida

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Ein Rätselbild. „Der Schwarm“ und eine „Schlüpper“… Wen suche ich? Frank Schätzing, na klar!
http://www.derschwarm.com
Mit seinem sechsten Buch, einem Ökothriller (nach eigenen Aussagen ist es keiner!), veröffentlichte der Kölner 2004 einen Roman, der sich millionenfach verkauft, in fast 30 Sprachen übersetzt wurde und Frank Schätzing berühmt machte. Uma Thurman sicherte sich schon 2005 die Filmrechte. Noch fehlt das Geld, aber 2015 soll der Film an den Start gehen, mit Frau Thurman in einer der Hauptrollen. Ach ja, und die „Schlüpper“? Frank Schätzing verdingte sich als Model, wie auch Esther Schweins, Uschi Obermaier oder Sönke Wortmann, für den Dessous- und Wäschehersteller „Mey“. 2009. Nur mit Unterhose bekleidet…
http://www.mey.de/index.php?id=305
Aber zurück zum Buch. Die Natur erhebt sich gegen den Menschen. Fischer verschwinden spurlos, Wale spielen „Schiffe versenken“, Muscheln bringen Boote zum Kentern, Schwimmer werden von Haien und Quallenschwärmen attackiert, Unmengen von Tiefseewürmern destabilisieren einen ganzen Kontinentalhang… Gesteuert von den „Yrr“, vernetzte Einzeller mit einer kollektiven Intelligenz als „Gegner“ der Menschheit. Ziel: Die Vertreibung des Menschen von den Weltmeeren oder deren Vernichtung.
Eine der „Plagen“ die ins Schlachtfeld gegen uns geführt wird sind wieder einmal Algen, genauer gesagt ein Dinoflagellat namens Pfiesteria piscicida. Die Parallele zu den biblischen Plagen ist unübersehbar. Aber das ist eine andere Geschichte… Pfiesteria ist eine potentiell toxinbildende Alge, die erst 1988 entdeckt wurde. Sie hat einen hochkomplexen Lebenszyklus mit 24 Stadien, 4 davon sind giftig, und war verantwortlich für massive Algenblüten und Fischsterben großen Ausmaßes vor Amerikas Küsten.
http://www.dnr.state.md.us/bay/cblife/algae/dino/pfiesteria/facts.html
Im Buch taucht Pfiesteria auf als dem Fischkoch Jean Jerome ein „verseuchter bretonischer Hummer um die Ohren“ fliegt. Einen Tag später ist er tot. In Paris sterben mehrere Menschen an den Folgen des Verzehrs von verseuchtem Hummerfleisch. Bernard Roche entdeckt unter dem Mikroskop die eigentlichen Auslöser der Tragödie, die in dem Hummer versteckt waren: „Tausende transparente Kugeln wirbelten wie Tennisbälle durcheinander.“ Als Roche einen Tropfen Blut zu den Organismen auf den Objektträger gibt fallen die Einzeller über die Blutkörperchen her, stechen mit ihren Pedunkeln (einer Art Rüssel) in die Zellen und saugen diese blitzschnell aus. Pfiesterien! „Eines der kleinsten Raubtiere der Welt. Und zugleich eines der gefährlichsten.“
Und hier die wunderschöne Beschreibung:
„…Pfiesteria unterschied sich von ihren Artgenossen. Sie griff aktiv an. In gewisser Weise erinnerte sie an Zecken. … Scheinbar leblos lauerte sie auf dem Grund von Gewässern. Jeden einzelnen Organismus umgab eine Kapsel, eine Art Zyste, die ihn schützte. Auf diese Weise konnte Pfiesteria jahrelang ohne Nahrung ausharren. Bis ein Schwarm Fische vorbeizog, deren Ausscheidungen zu Boden sanken und den Appetit des scheintoten Einzellers weckten. Was nun geschah, ließ sich nur als Blitzangriff beschreiben. Zu Milliarden lösten sich die Algen aus ihren Zysten und stiegen empor. Die beiden Geißeln am Körperende dienten als Antriebssystem. Die eine rotierte wie ein Propeller, die andere steuerte den Organismus in die gewünschte Richtung. Heftete sich Pfiesteria an den Körper eines Fisches, setzte sie ein Gift frei, das die Nerven lähmte und zugleich münzgroße Löcher in die Haut fraß. Dann schob sie ihren Saugrüssel in die Wunde und nahm die Körpersäfte der sterbenden Beute in sich auf. War sie gesättigt, ließ sie von ihrem Opfer ab und verzog sich wieder auf den Grund, um sich erneut einzukapseln.“
Im weiteren Verlauf des Buches tragen ganze Krabbenarmeen eine mutierte Version von Pfiesteria nach New York und andere Ostküstenstädte. New York wird zum Katastrophengebiet erklärt…
Dinoflagellaten werden uns in diesem Weblog noch öfter begegnen oder sind uns schon begegnet. Sie verursachen unter anderem das Meeresleuchten (https://weltderalgen.wordpress.com/2013/05/06/alge-des-jahres-2013-panzergeisler-und-blaues-meeresleuchten/), bilden hochwirksame Gifte wie das Saxitoxin, sind verantwortlich für die sogenannten „Roten Tiden“ und werden schon in der Bibel erwähnt… Es bleibt also spannend! Und jetzt wünsche ich Euch erst einmal eine schöne Urlaubszeit! Vielleicht am Meer…? Obacht! 😉

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Responses

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