Verfasst von: dieweltderalgen | 13. August 2013

Mikroalgen als Quelle für Vitamin B12?: Chlorella und Spirulina /// Microalgae as a source of vitamin B12?: Chlorella and Spirulina

25.05.2015

Der unten stehende Artikel von 2012 wurde von mir überarbeitet und aktualisiert. Du findest ihn in diesem Blog unter: https://weltderalgen.wordpress.com/2015/05/25/algen-als-naturliche-vitamin-b12-quelle-veroffentlicht-im-paracelsus-magazin-32015-maijuni/ oder in der Printausgabe des Paracelsus Magazins 3/2015 (Ausgabe: Mai/Juni) oder online beim Paracelsus Magazin unter: http://www.paracelsus-magazin.de/alle-ausgaben/83-heft-032015/1359-algen-als-natuerliche-vitamin-b12-quelle.html

30. Januar 2014:

Unten stehend findet Ihr meinen Artikel zum Vitamin B12 aus Chlorella (und Spirulina) von 2011 (publiziert Februar 2012). Ich arbeite gerade an einem Update, da es viel Neues zu erzählen gibt… Der neue Artikel wird bald hier im Blog erscheinen und sich generell mit Algen und Vitamin B12 beschäftigen.

Es bleibt also spannend!_________________________________________________________________________________________

13. August 2013

Die Verfügbarkeit von Vitamin B12 aus Mikroalgen wird kontrovers diskutiert. In meiner Publikation: „Chlorella vulgaris – Pflanzliche Quelle für hochkonzentriertes und bioverfügbares Vitamin B12“ (erschienen im Februar 2012, OM & Ernährung, Nr. 137) bin ich der Sache auf den Grund gegangen und habe verfügbare Daten bzw. die Literatur zum Thema ausgewertet und diskutiert. Das Fazit: Es gibt noch viel zu klären und zu untersuchen, aber WAS bekannt ist kannst Du hier nachlesen:

http://www.omundernaehrung.com/sonderdrucke/nr_137_chlorella.pdf

Es bleibt also spannend!

OM Ernährung Cover

Volltext (nur Text, ohne Bilder und Grafiken)

Chlorella vulgaris – Pflanzliche Quelle für hochkonzentriertes und bioverfügbares Vitamin B12

Jörg Ullmann, Dr. Martin Ecke

Einleitung

Die im Süßwasser lebende, einzellige Mikroalge Chlorella gehört zu den am besten untersuchten Pflanzen der Welt und ist besonders wegen ihrer vielzähligen positiven Wirkungen auf die Gesundheit des menschlichen Organismus interessant. So vermag Chlorella zum Beispiel Schwermetalle und andere Toxine (z.B. Dioxin) zu binden und aus dem Körper auszuleiten (1,2,3,4). Sie enthält bioaktive Substanzen, die immunmodulatorisch wirken können und einen positiven Einfluss auf die Symptomatik verschiedener Krankheitsbilder, vor allem der sogenannten Zivilisationskrankheiten, zeigen können (2,3). Chlorella ist aber auch wegen ihres einzigartigen Nährstoffspektrums hochinteressant. Es ist die Pflanze mit dem höchsten bekannten Chlorophyllgehalt, sie enthält große Mengen an Lutein und β-Carotin und es gibt keine Pflanze mit einem höheren Gehalt an bioverfügbarem Vitamin B12.

 Allgemeines

Das Vitamin B12 (Coenzym B12, Cyanocobalamin) gehört zu den Cobalaminen und spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung der Erythrozyten, der Zellteilung, des Methionin-/Homocysteinstoffwechsels, der Funktion des Nervensystems und der DNA- Replikation. Es kann ausschließlich von Bakterien synthetisiert werden. Der menschliche Organismus kann Vitamin B12 selbst nicht herstellen, er muss es in seiner biologisch aktiven Form über die Nahrung aufnehmen. Über 60% des Vitamins werden in der Leber gespeichert. Von Vitamin B12 – Mangel sind ca. 5-15% der Gesamtbevölkerung betroffen. Relativ häufig sind ältere Menschen (ca. 30% der über 60-Jährigen), Vegetarier, chronisch Kranke, Schwangere aber auch Menschen in bestimmten Regionen unserer Erde, wie Indien, Mexiko, Zentral- und Südamerika und in einigen Gebieten Afrikas betroffen (5). Die Ursachen von B12 – Mangel können vielfältig sein, ein frühzeitiges Erkennen scheint, auf Grund einer diffizilen Symptomatik, schwierig. So wird im Anfangsstadium von Erschöpfung und Schwächegefühl, Konzentrationsstörungen und sogar Psychosen berichtet. Im weiteren Verlauf kann es zur Ausprägung einer periziösen Anämie, neurologischen Erkrankungen u.a. kommen.

Das amerikanische „Institute of Medicine“ hat den RDA – Wert (empfohlene Tagesdosis) auf 2,4 μg/d für Erwachsene festgesetzt, um eine Aufnahme von mindestens 1 μg/d sicherzustellen. In der Europäischen Union wurde 2008 die Richtlinie 90/496/EWG novelliert und der RDA-Wert von 1 μg/d auf 2,5 μg/d (Richtlinie 2008/100/EG) erhöht. Als Quelle für Vitamin B12 gelten Fleischprodukte (Tiere akkumulieren B12 über die Nahrungsaufnahme). Landpflanzen benötigen dieses Vitamin für ihren Stoffwechsel nicht und akkumulieren es auch nicht. Dennoch können pflanzliche Lebensmittel vergleichsweise geringe Mengen Vitamin B12 enthalten (bedingt durch einen normalen bakteriellen Aufwuchs oder durch Kontamination bei Anbau/Verarbeitung), wenn diese nicht sterilisiert oder geschält wurden.

Algen und Vitamin B12

Eine Ausnahme bilden bestimmte Algen. Im Jahr 2005 konnte gezeigt werden, dass von 326 untersuchten Algenarten mehr als die Hälfte auxotroph gegenüber Vitamin B12 waren. Das heißt, diese Algen können ohne externe Quellen von B12 nicht leben und beziehen dieses aus einer natürlichen Symbiose mit bestimmten Bakterien. Im Stoffwechsel dieser Algen ist B12 ein Cofaktor für eine Vitamin B12 – abhängige Methioninsynthase. Algen besitzen entweder das Gen für eine B12-abhängige Methioninsynthase (metE) oder eine B12-unabhängige Methioninsynthase (metH) (6).

In einigen eukaryotischen Algen ist dabei der Vitamin B12-Gehalt besonders hoch, was eine Akkumulation des Vitamins in der Algenbiomasse (Absorbtion oder Adsorbtion) vermuten lässt. Diese Algen können ausgezeichnete B12-Lieferanten sein (7,8,9,13). Die marine Makroalge Porphyra (Noriblätter für Sushi, Vorsicht: hoher Jodgehalt!) zeigte zum Beispiel einen ähnlich hohen Gehalt an B12 wie Rinderleber! Der Gehalt an Vitamin B12 in der Süßwasser – Mikroalge Chlorella kann dabei noch weit darüber liegen (siehe Abb. 1 und 9). Eigene Untersuchungen zeigten bei diesem Naturprodukt eine Schwankungsbreite von 100 – 300 µg/100 g! Die Eignung von Chlorella vulgaris als Vitamin B12 – Quelle konnte z.B. in einer 2-jährigen Studie an sich strikt vegan ernährenden Versuchspersonen nachgewiesen werden (10).

Chlorella (Abb. 2) wird in Algenfarmen, vor allem in Japan, Südkorea, Taiwan, China und in Deutschland angebaut. Für den Vitamin B12 – Gehalt der Produkte sind kontrollierbare Bedingungen von entscheidender Bedeutung, da zum Einen eine ausreichende Versorgung mit dem Mikronährstoff Cobalt (Vitamin B12 – Zentralatom) sichergestellt sein muss und zum Anderen die fragile Symbiose mit der natürlichen Begleitflora (Bakterien als Vitamin B12 – Lieferanten) nicht negativ beeinflusst sein darf.

Das Vitamin B12 kann durch verschiedene analytische Methoden nachgewiesen werden. Hierbei gibt es kontroverse Diskussionen, welche Methode überhaupt geeignet ist, um bioaktives Cobalamin von ernährungsphysiologischer Bedeutung nachzuweisen. Eine umfassende Übersicht zu den verfügbaren Methoden findet sich bei Karmi O. et al, die 2011 in „The IIOAB Journal“ veröffentlicht wurde (11).

In Deutschland kommt zum Nachweis von B12 meist der sogenannte Leishmanii-Test zum Einsatz (akkreditierte Methode AOAC 95 220 / 45.2.02). Hierbei handelt es sich um einen mikrobiellen Nachweis, bei dem das Bakterium Lactobacillus leishmanii verwendet wird. Je mehr, für das Bakterium bioverfügbares, B12 angeboten wird, desto höher sind dessen Wachstumsraten. Anhand der spezifischen Wachstumsrate kann der B12 – Gehalt der Probe dann bestimmt werden.

In der Vergangenheit wurden nach demselben Prinzip auch andere Organismen zur Bestimmung des B12 – Gehaltes herangezogen, zum Beispiel Ochromonas malhamensis (Chrysophyceae, Goldbraune Algen), Euglena gracilis (Euglenoide) oder bestimmte Stämme der Bakterien Arthrobacter und Echerischia.

2008 wurde mit Hilfe CE-ICP-MS – Methode untersucht, welche Kobaltverbindungen (Cyanocobalamin, Hydroxycobalamin bzw. Co(II)) in Chlorella vorkommen. Die dominante Verbindung in Chlorella war das Cyanocobalamin (B12) (12).

2002 wurde die Bioverfügbarkeit von Vitamin B12 (u.a.) von Spirulina und Chlorella-Tabletten untersucht. Die Untersuchung zeigte, dass der überwiegende Teil der vorhandenen Cobalamine der Chlorella aus bioverfügbarem B12 bestand (9,13)! Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das Algen – Vitamin B12  u.a. aus Chlorella eine bioverfügbare Quelle für Säugetiere ist.

Ganz im Gegensatz stellt das in Spirulina dominante Pseudovitamin B12 (ein inaktives Corrinoid) keine geeignete Quelle für Vitamin B12 dar (13,14)!

Stiftung Warentest 02/2011 kommt nach eigener Recherche zu dem Schluß: „Denn dieses Vitamin, das vor allem in tierischen Produkten wie zum Beispiel der Rinderleber vorkommt, findet sich bei Afa und Spirulina überwiegend in einer für den Menschen nicht verwertbaren Form.“. Allerdings kommt Stiftung Warentest auf wundersame Weise dann zu der verallgemeinernden Aussage: „…liefern sie (die Süßwasseralgen, Anm. des Autors) – bei empfehlungsgemäßem Verzehr – nur geringe Nährstoffmengen.“ Hier wäre doch eine differenzierte Betrachtung erstens hinsichtlich des generellen Unterschiedes zwischen der eukaryotischen Chlorella und den Cyanobakterien Afa und Spirulina und zweitens im Detail hinsichtlich des B12-Gehaltes wünschenswert und auch wissenschaftlich angebracht gewesen.

Auf Grund der oben genannten Untersuchungen gibt es mittlerweile sogar schon ein Urteil des KG Berlin, vom 28.01.2011, 5 U 133/09, welches die Auslobung „Reich an Vitamin B12“ bei Spirulina-Produkten untersagt. Die Begründung der Richter: „… Spirulina enthalte zu einem großen Teil unwirksame Analoga des Vitamins B12, auch Pseudovitamin B12 genannt, die in der Lage seien, Resorption und Metabolismus aktiver B12-Vitamere zu blockieren. Damit seien die Voraussetzungen der HCVO (Health-Claims-Verordnung) nicht erfüllt. Die Werbung sei irreführend und zu unterbinden.“

Die Unterschiede zwischen Chlorella und Spirulina sind immens (Abb.3). Beide werden als Mikroalgen bezeichnet, dies ist aber aus taxonomischen Gesichtspunkten nicht nur irreführend sondern auch falsch. Bei der prokaryotischen „Mikroalge“ Spirulina handelt es sich um eine Blaualge, ein Cyanobacterium, also ein echtes Bakterium. Bei der „Mikroalge“ Chlorella handelt es sich dagegen um einen eukaryotischen Organismus, eine echte Pflanze. Phylogentisch gesehen ist die Pflanze Chlorella also näher mit uns Menschen verwandt, als mit dem Cyanobakterium Spirulina. Damit ist natürlich klar, dass man hier auch unterschiedliche stoffliche Zusammensetzung und Eigenschaften, Wirkungen und potentielle Anwendungen annehmen muss.

Zusammenfassung

Die einzellige Pflanze Chlorella enthält große Mengen an bioverfügbarem Vitamin B12. Schon mit der häufig empfohlenen Verzehrsmenge von 3g/d (Beispiel: Vitamin B12-Gehalt 100 μg/100g) deckt man 120% des empfohlenen Tagesbedarfs an Vitamin B12.

(Abbildung fehlt hier)

Abb.1: Graphische Darstellung der Vitamin B12-Gehalte unterschiedlicher Lebensmittel. Quelle: „USDA National Nutrient Database for Standard Reference, Release 18“ und eigene Untersuchungen

(Abbildung fehlt hier)

Abb.2: Licht- und elektronenmikroskopische Aufnahmen von Chlorella vulgaris, der Pflanze mit dem höchsten bekannten Gehalt an bioverfügbarem Vitamin B12

(Abbildung fehlt hier)

Abb.3: Einteilung der „belebten Welt“, Mikroalgen, wie Spirulina oder die AFA-Alge (Cyanobakterien) gehören zu den „Echten Bakterien“, die Mikroalge Chlorella oder die Makroalge Porphyra dagegen zu den eukaryotischen Organismen mit einem echten Zellkern, wie wir auch.

 Literatur

(1) Ecke M, Ullmann J, Der Einsatz von Chlorella vulgaris Mikroalgen zur Schwermetallausleitung aus naturwissenschaftlicher Sicht. OM & Ernährung 2009, Nr. 129

(2) Steinberg K H, Ecke M, Ullmann J, Chlorella – neue Wege der Prävention und Heilung. OM & Ernährung 2009, Nr. 127

(3) Tse P, The detoxification, immunostimulation and healing property of Chlorella. World convention of traditional medicine & acupuncture, Singapore 2000

(4) Haager-Bürkert H, Chlorella – Merkmale für eine gute Entgiftungsleistung. OM & Ernährung 2011, Nr. 136

(5) Stabler S P, Allen R H, Vitamin B12 deficiency as a worldwide problem. Annu. Rev. Nutr. 2004. 24: 299-326

(6) Croft M T, Lawrence A D, Raux-Deery E, Warren M J, Smith A G, Algae aquire vitamin B12 through a symbiotic relationship with bacteria. Nature 438, 2005, 90-93

(7) Watanabe F, Vitamin B12 from edible algae-from food science to molecular biology. Vitamins (Japanese) 81:49–55, 2007.

(8) Takenaka S, Sugiyama S, Ebara S, Miyamoto E, Abe K, Tamura Y, Watanabe F, Tsuyama S, Nakano Y, Feeding dried purple laver (nori) to vitamin B12-deficient rats significantly improves vitamin B-12 status. Brit J Nutr 85:699–703, 2001

(9) Kittaka-Katsura H, Fujita T, Watanabe F, Nakano Y, Purification and characterization of a corrinoid-compound from chlorella tablets as an algal health food. J Agric Food Chem 50:4994–4997, 2002

(10) Rauma A L, Torronen R, Hanninen O, Mykkaken H, Vitamin B-12 status of long-term adherents of a strict uncooked vegan diet (‘‘living food diet’’) is compromised. J Nutr 125:2511–2515, 1995

(11) Karmi O, Zayed A, Baraghethi S, Qadi M, Ghanem R, Measurement of vitamin B12 concentration: A review on available methods, The IIOAB Journal, Jan 2011

(12) Chen J H, Jiang S J, Determination of cobalamin in nutritive supplements and Chlorella foods by capillary electrophoresis-inductively coupled plasma mass spectrometry, J Agric Food Chem., 2008, 56(4): 1210-5

(13) Watanabe F, Takenaga S, Kittaka-Katsura H, Ebara S. Miyamoto E, Characterization and bioavailability of vitamin B12-compounds from edible algae, J Nutr Sci Vitaminol (Tokyo), 2002, 48(5):325-31

(14) Watanabe F, Katsura H, Takenaka S, Fujita T, Abe K, Tamura Y, Nakatsuka T, Nakano Y. Pseudovitamin B12 is the predominate cobamide of an algal health food, spirulina tablets. J Agric Food Chem 47:4736–4741, 1999

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And the English version:

Chlorella vulgaris – Plant source of highly concentrated and bioavailable Vitamin B12

Jörg Ullmann, Dr. Martin Ecke

Introduction

Vitamin B12 is a member of the cobalamins and plays an important role in the building of erythrocytes, cell division, methionine and homocysteine metabolism, the function of the nervous system and DNA replication. It can only be synthesized by bacteria. The human body cannot manufacture vitamin B12 by itself, but must acquire it in a biologically active form through food. Over 60% of the vitamin is stored in the liver. Approximately 5-15% of the population suffer from B12 deficiency. This deficiency is relatively more frequent among older people, vegetarians, pregnant women and the chronically ill, as well as among populations from specific geographical regions such as India, Mexico, Central and South America and in certain regions of Africa (5). There are various causes of B12 deficiency and early diagnosis is difficult due to the complex symptomatology. In the initial stages, patients report feeling exhausted and weak, they exhibit disturbed concentration and even psychoses. Further progression can lead to the development of pernicious anaemia and neurological illnesses, among others.

The American „Institute of Medicine“ has set an RDA value (recommended daily allowance) of 2.4 μg/day for adults, in order to guarantee absorption of at least 1 μg/day. In 2008, in the European Union, directive 90/496/EEC was revised and the RDA value raised from 1 μg/day to 2.5 μg/day (Directive 2008/100/EC). Sources of vitamin B12 include meat products (animals accumulate B12 from their food intake), fermented foods and certain „Seafood“. Terrestrial plants do not require this vitamin for their metabolism and do not therefore accumulate it. Nevertheless, vegetable foods may still contain comparatively small quantities of vitamin B12 (due to a normal build-up of bacteria or through contamination during cultivation and processing), provided that they are not sterilized or peeled.

Algae and Vitamin B12

Certain algae provide an exception. In 2005, it was shown that of 326 varieties of Algae investigated, more than half were auxotrophic with respect to vitamin B12. That is to say, these algae cannot survive without an external source of B12, and they obtain this through a natural symbiosis with certain bacteria. In the metabolism of these algae, B12 is a cofactor for vitamin B12-dependent methionine synthase. Algae possess either the gene for B12-dependent methionine synthase (metE) or for B12-independent methionine synthase (metH) (6).

Hence, in some eukaryotic algae, the vitamin B12 content is particularly high, which leads to an accumulation of the vitamin in the algae biomass (through absorption or adsorption). These algae can be excellent suppliers of B12 (7,8,9,13). Marine macroalgae Porphyra (used to make Nori sheets for sushi; warning: high iodine content!) has as high a content of B12 as ox liver! The vitamin B12 content in freshwater chlorella microalgae can be even higher than this (see fig. 1 and 9). Our own investigations show values for this natural product of between 100 and 300 µg/100 g! The suitability of Chlorella vulgaris as a source of vitamin B12 has, for example, being demonstrated in a 2-year study involving test subjects with a strictly vegetarian diet (10).

Chlorella (fig. 2) is cultivated in algae farms, particularly in Japan, South Korea, Taiwan, China and Germany. Controllable conditions are critically important for the vitamin B12 content of the product; on the one hand, a sufficient supply of the micronutrient cobalt (the central atom of vitamin B12) must be ensured while, on the other hand, the fragile symbiosis with the naturally accompanying flora (bacteria supplying vitamin B12) must not be disturbed.

Vitamin B12 can be assessed using various analytical methods. There is currently some discussion as to which method is most suitable for determining nutritionally and physiologically significant amounts of bioactive cobalamins. A comprehensive overview of the available methods have been published by Karmi O. et al in The IIOAB Journal, (11).

In Germany, the so-called Leishmanii test is usually used to determine B12 activity (accredited method AOAC 95 220 / 45.2.02). This is based on a microbial detection method, for which the bacterium Lactobacillus leishmanii is used. The greater the amount of B12 that is bioavailable to the bacterium, the higher its growth rate. The B12 content of the sample can hence be determined from the measured specific growth rate.

In the past, the same principle has been applied but using other organisms to determine B12 content, for example Ochromonas malhamensis (chrysophytes or golden algae), Euglena gracilis (Euglenoids) or specific strains of Arthrobacter and Escherichia.

In 2008, with the help of CE-ICP-MS methods, an investigation was carried out to see which cobalt bonds are present in Chlorella (cyanocobalamin, hydroxycobalamin and/or Co(II)). The dominant bonding in Chlorella was found to be cyanocobalamin (B12) (12).

in 2002, the bioavailability of vitamin B12 from spirulina and chlorella tablets, among others, was investigated. The experiment showed that the predominant part of the cobalamin in Chlorella is in the form of bioavailable B12 (9,13)! The study came to the conclusion that vitamin B12 from algae, including Chlorella, is a bioavailable source for mammals.

In complete contrast, the pseudovitamin B12 which is dominant in spirulina (an inactive corrinoid) does not represent a suitable source for vitamin B12 (13,14)!

Following their own research, in February 2011, Stiftung Warentest came to the conclusion: „This vitamin, which is found particularly in animal products such as ox liver, is found in AFA and spirulina in a form which is predominantly unusable by humans.“ However, Stiftung Warentest then remarkably arrived at the generalized statement: „…(freshwater algae)…provide only small quantities of nutrients when following the recommended consumption amounts.“ At this point a differentiated view would have been scientifically more appropriate, firstly with respect to the general difference between the eukaryote chlorella and the cyanobacteria AFA and spirulina, and secondly in the details regarding the desirable B12 content.

Based on the investigations described above, a judgement (5 U 133/09, dated 28.01.2011) has already been provided by the KG Berlin, which prohibits the marketing of spirulina products as being „rich in vitamin B12„. The reasoning of the assessors: „… Spirulina contains a large proportion of the ineffective analogues of vitamin B12, also known as pseudovitamin B12, which could block absorption and metabolism of active B12 vitamers. Thus the conditions of the HCVO (German health related claims regulations) are not fulfilled. The advertising is misleading and should be prohibited.“

The differences between Chlorella and Spirulina are immense (Fig. 3). Both are referred to as microalgae, which is not just misleading but in fact wrong from a taxonomy point of view. The prokaryotic „microalgae“ spirulina is a blue-green algae; it is a cyanobacterium and hence a true bacterium. In contrast, the „microalgae“ chlorella is a eukaryotic organism, a genuine plant. From a phylogenetic point of view, the plant chlorella is more closely related to man than it is to the cyanobacterium spirulina. Hence, it is rather obvious that one should also expect different material composition and characteristics, effects and potential applications.

Summary

The single-cell plant chlorella contains large quantities of bioavailable vitamin B12. The frequently recommended daily consumption of 3 g/day (for example: vitamin B12 content 100 μg/100g) is sufficient to provide 120 % of the recommended daily requirement of vitamin B12.

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Responses

  1. […] Thema B12 darf ich Euch meine Ausarbeitung empfehlen, in der genau dieses Thema behandelt wird!: https://weltderalgen.wordpress.com/2013/08/13/mikroalgen-als-quelle-fur-vitamin-b12-chlorella-und-spi… Und zum Thema Protein: Diese beiden Algen enthalten ca. 50% Protein in der Trockenmasse! Nennt mir […]

  2. […] Mikroalgen als Quelle für Vitamin B12?: Chlorella und Spirulina /// Microalgae as a source of vitamin B12?: Chlorella and Spirulina https://weltderalgen.wordpress.com/2013/08/13/mikroalgen-als-quelle-fur-vitamin-b12-chlorella-und-spi… […]

  3. Endlich mal ein wissenschaftlicher Post zu dem ganzen Thema!!! Vielen, vielen Dank, dass du alles so zusammengefasst hast 🙂 Wie du in deinem Artikel erwähnt hast, wird B12 nur von Bakterien synthetisiert. Dementsprechend nimmt auch Chlorella sein Vitamin B12 von Bakterien auf. Die Frau, die das entdeckt hat, Alison Smith, forscht übrigens weiterhin an der University Cambridge; ihre Gruppe hat eine sehr biotechnologische/industrielle Ausrichtung, mal sehn, was sie demnächst alles auf den Markt wirft.
    Spirulina mag zwar nicht so viel zugängliches Vitamin B12 haben wie Chlorella, aber es wird in der traditionellen Küche des Tschad verwendet und man kann leicht damit gutschmeckende Soßen machen (http://leckerbiss.wordpress.com/2014/09/07/spirulina-a-self-test/), ansonsten bietet sich natürlich das gute alte deutsche Sauerkraut als alterntive Vitamin B12 Quelle an 🙂 (http://leckerbiss.wordpress.com/2014/12/06/hungarian-style-sauerkraut-tastes-best-with-german-black-bread/).
    Was für Rezepte mit Chlorella hast du gefunden?
    LG
    LeckerBiss

    • Vielen Dank für Deinen schönen Kommentar!!! Zum B12 aus Algen schreibe ich gerade einen neuen Artikel. Der wird Anfang nächsten Jahres erscheinen…
      Die Spirulina-Gewinnung und -nutzung im Tschadgebiet ist hoch interessant! In der Gegend gibt es nämlich keine Mangelernährungserscheinungen… Die EU hat das Ganze letztens auch unterstützt, um mehr Leute in Lohn und Brot zu bringen und die Verarbeitung hygienischer zu gestalten.
      Ein ähnlich interessantes Projekt (allerdings gibt es das noch nicht so lange) wurde in Myanmar entwickelt. Dort wächst Spirulina in manchen Vulkanseen und wir seit ein paar Jahren dort gewonnen. Mittlerweile gibt es von Spirulina-Kaffee bis Kosmetik alles mit Spirulina! Den verantwortlichen Professor habe ich letzte Woche erst in Italien getroffen, ein sehr interessanter Mann!
      Rezepte mit Chlorella gibt es gar nicht soooo viele. In der Hauptsache packe ich sie mir in den Smoothie oder futtere sie als Presslinge. Ansonsten kann man schön grünes Kartoffelpüree oder grüne Nudeln damit machen…
      LG,
      Jörg


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