Verfasst von: dieweltderalgen | 23. März 2014

Algen im Porträt: Himanthalia elongata (Meeresspaghetti)

Himanthalia elongata (Riementang oder Meeresspaghetti; (Syn.: Himanthalia lorea))

Tillustration Himanthalia jpg

Illustration: Till Runkel (www.tillustration.de); Danke, Till!

Bei der Meeresspaghetti (Himanthalia elongata) handelt es sich um eine essbare marine Braunalge, die von Vielen als mild und wohlschmeckend bezeichnet wird. Warum sie so heißt, weiß man eigentlich sofort wenn man sie angespült an der Küste oder auf dem Teller liegen sieht. Sie sind lang, dünn und abgeflacht (nicht rund, weshalb man sie wohl eher als „Tagliatelle“ bezeichnen müsste). Aber sie kommt nun mal nicht in italienischen Gewässern vor, sondern vom Arktischen Ozean bis zur Iberischen Halbinsel, im Südost-Atlantik und in Nord- und Ostsee. Sie wird frisch verzehrt oder getrocknet verarbeitet. Verspeist wird sie seit jeher vor allem in Irland und Frankreich. Mittlerweile findet sie sich auch bei uns in den Geschäften und es gibt mehr und mehr Rezepte in denen sie Verwendung finden.

Himanthalia gehört zur artenreichsten Gruppe der Braunalgen, den Fucales. Innerhalb der Familie der Himanthaliaceae wird es dann allerdings recht einsam, sie ist nämlich die einzige Art innerhalb ihrer Familie.

Gegessen werden die verzweigten Thallusbänder (Rezeptakeln), die schon im späten Winter einer pilz- oder knopfförmigen Basis entspringen und rasch wachsen können. Sie werden bis zu 3m lang und sind braun oder oliv-grün.

Meeresspaghetti sind reich an Ballaststoffen, Mineralien und Vitaminen. Sie enthalten kaum Fett und um die 10% Protein. Unter den Mineralien sind besonders Kalium, Natrium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Jod und unter den Vitaminen Vitamin C, Vitamin A und Vitamin E reich vertreten.

Wie alle marinen Makroalgen können sie eine gute Quelle für Jod sein. Der Jodgehalt liegt zwischen 185 mg/kg – 2366 mg/kg. (Vorsicht bei bestimmten Schilddrüsenerkrankungen!) Durch Wässern oder/und Kochen der Algen kann der Jodgehalt gesenkt werden (Wasser verwerfen).

Meeresspaghetti haben einen hohen Gehalt an Polyphenolen und enthalten Fucoxanthin. Polyphenole sind als Antioxidantien bekannt. Das Xantophyll Fucoxanthin zeigt neben seiner antioxidativen Wirkung auch antibiotische Aktivität.

Verwendung:

Getrocknete Meeresspaghetti eine halbe bis 3 Stunden (oder über Nacht) in Wasser einweichen. Gegebenenfalls spülen. Das Wasser wird weggeschüttet. Die Meeresspaghetti können roh oder gekocht (10 min) verzehrt werden.

Meeresmuffins

Bild: „Cremige Meeresmuffins mit bunten Frostings“ (http://www.pureraw.de/3Rezeptwettbewerb2012); Danke!

Einige tolle Rezepte findest Du hier:

„Pink Teltow am Meer: Teltower Rübchen & Rote Bete mit Meeresspaghetti“

„Cremige Meeresmuffins mit bunten Frostings“

http://www.pureraw.de/3Rezeptwettbewerb2012

„Eine Art“ Meeresspaghettiauflauf:

http://claudigoesvegan.blogspot.de/2013/10/resteessen-oder-wie-mir-meeresspaghetti.html

Und eine Sammlung britischer und irischer Meeresspaghettirezepte (in Englisch) unter:

http://www.celtnet.org.uk/recipes/ancient/wild-food-entry.php?term=Sea%20Spaghetti

Sonstige Quellen:

M. Elena Ibáñez: Challenges and options in the extraction of bioactive compounds from macro-algae; Seaweed Research Symposium;  Galway, Ireland; Jan 2009

Guiry, M.D. & Guiry, G.M. 2014. AlgaeBase. World-wide electronic publication, National University of Ireland, Galway. http://www.algaebase.org; searched on 22 March 2014.

Cofrades S, López-López I, Bravo L, Ruiz-Capillas C, Bastida S, Larrea MT, Jiménez-Colmenero F.: Nutritional and antioxidant properties of different brown and red Spanish edible seaweeds.; Food Sci Technol Int. 2010 Oct;16(5):361-70

Rajauria G, Abu-Ghannam N.: Isolation and Partial Characterization of Bioactive Fucoxanthin from Himanthalia elongata Brown Seaweed: A TLC-Based Approach.; Int J Anal Chem. 2013;2013:802573.

Sánchez-Machado DI, López-Hernández J, Paseiro-Losada P.: High-performance liquid chromatographic determination of alpha-tocopherol in macroalgae.; J Chromatogr A. 2002 Nov 8;976(1-2):277-84

Glombitza KWGroße-Damhues J.: Antibiotics from Algae XXXIII1: Phlorotannins of the Brown Alga Himanthalia elongata2,3.; Planta Med. 1985 Feb;51(1):42-6.

Anna Atkins

Bild: Himanthalia lorea; Anna Atkins: Photographs of British algae: cyanotype impressions. / Part I.; 1843-1853; http://digitalgallery.nypl.org/nypldigital/dgkeysearchdetail.cfm?strucID=103514&imageID=419697

mehr Information zu diesem Bild („Das erste Fotobuch der Welt…“) findest Du auch hier im Blog unter:

https://weltderalgen.wordpress.com/2013/05/31/das-erste-fotobuch-der-welt-photographs-of-british-algae-cyanotype-impressions-1843-1853-von-anna-atkins/

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