Verfasst von: dieweltderalgen | 31. Oktober 2014

Star Wars, Astrophykologie und die Synedianische Alge

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Star Wars Logo (Public Domain)

Star Wars… Klein und grün… An wen denkt ihr da? Wahrscheinlich an Meister Yoda und eher nicht an die Grüne Glie – Alge?! …

George Lucas ist der Schöpfer von Star Wars, dem finanziell erfolgreichsten Filmprojekt aller Zeiten. 24,5 Mrd. Dollar Einnahmen wurden allein durch den Verkauf von Kino-Eintrittskarten und Werbeartikeln generiert (1). Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse findet dabei in einer „weit, weit entfernten Galaxie“ vor „langer Zeit“ statt… Soviel zu den groben Koordinaten! Und Algen? Klar wird auch das Thema „Algen“ von George Lucas verarbeitet. Mal sehen, wie und mit welchen Hintergründen…
Für den Astrophykologen (Weltraum-Algenkundler 😉 ) gibt es in der Welt von Star Wars fünf Arten zu entdecken: Amira, die Grüne- und die Rote Glie – Alge, Locap und die Synedianische Alge (2).

  1. Amira
    Bei Amira handelt es sich um eine leuchtende Kelpart (marine Makroalge), die auf dem Planeten Dac vorkommt, der von den Mon Calamari und den Quarren bewohnt wird. Einige weibliche Vertreter der amphibischen Mon Calamari tragen den Namen dieser Alge (2).

Hintergrund:

Es gibt Algen, die die Fähigkeit zur Biolumineszens besitzen. Allerdings handelt es sich dabei um Mikroalgen, die das sogenannte Meeresleuchten hervorrufen können. Eine dieser Algen (Lingulodinium) war „Alge des Jahres“ 2013 (3).
Amira ist ein Mädchenname, der aus dem Persischen Sprachraum kommt und „Königin“ oder „Herrscherin“ bedeutet. (4) (Der Name des Sängers Björn Ulvaeus von ABBA  hat dabei ziemlich sicher nichts mit dem Meeressalat „Ulva“ zu tun. Ulva ist nämlich auch ein Mädchenname und bedeutet im Schwedischen „die Wölfin“.)

  1. Grüne Glie –Alge

Die Grüne Glie – Alge, eine gefährliche Landplage, kommt auf dem Planeten Naboo vor. Es ist eine einzellige Alge, die sich unter günstigen Bedingungen massenhaft vermehren kann, ganze Seen zuwuchert, aus dem natürlichen Gleichgewicht bringt  und zudem potentiell giftig ist. Sie benötigt kein Sonnenlicht zum Wachsen und ernährt sich von Bakterien. Die Inhaltsstoffe der Alge sind Grundlage für eine hochgiftige Substanz, die von den Kriminellen auf Naboo als Mordwerkzeug und von der Armee der Gungans (den Ureinwohnern Naboos) gelegentlich als Kampfstoff eingesetzt wird (2).

Hintergrund:

Das massenhafte Auftreten von Algen in Gewässern wird auch „Algenblüte“ genannt. Als Ursachen werden der Eintrag von Düngemitteln aus der Landwirtschaft in die Oberflächengewässer und zunehmend auch die Erwärmung des Klimas gesehen. Algenblüten können giftig sein. Einige Algenarten bilden extrem giftige Substanzen, die auch potentiell als Biowaffe verwendet werden könnten. Zwei davon, Saxitoxin und Microcystin, stehen auf der Kriegswaffenliste des Deutschen Kriegswaffenkontrollgesetzes (5).

  1. Rote Glie – Alge

Die Rote Glie – Alge kommt auch auf Naboo vor, ist einzellig und ernährt sich auch von Bakterien. Diese Eigenschaft wird von den Bewohnern von Naboo genutzt, um ihr Trinkwasser aufzubereiten und gilt daher als äußerst nützlich. Als Konsument von Bakterien und Nahrungsquelle für Fische erfüllt sie zudem eine wichtige Aufgabe im Ökosystem Naboos.

Hintergrund:

Algen werden in der biologischen Abwasserbehandlung eingesetzt. Sie verstoffwechseln Phosphate, Nitrate und andere Verbindungen und können Schadstoffe binden.
In aquatischen Ökosystemen zählen Algen zu den wichtigsten Primärproduzenten und stehen als Phytoplankton am Anfang aller Nahrungsketten.

  1. Locap

Locap ist eine große bräunliche Algenart, die auf dem Planeten Naboo energetisch genutzt wird. Die Alge nimmt Plasma aus tiefen Gesteinsschichten auf, stabilisiert dieses und speichert es in ihren Knospen. Die Knospen werden von den Gungans mit Hilfe von Unterseebooten geerntet und bilden quasi die Grundlage der gesamten Technologie. Den Naboo (Bewohner desselben Planeten) steht dieses Wissen nicht zur Verfügung. Sie müssen mit aufwendigen technischen Mitteln das Plasma stabilisieren. (2)

Hintergrund:

Eine potentielle energetische Nutzung von (Mikro-) Algen wird immer mal wieder untersucht, gerade in unserer Zeit wieder sehr aktiv. Ob sich das allerdings jemals „rechnen“ wird ist stark umstritten und eher fraglich.

  1. Synedianische Alge

Hier zitiere ich einfach mal aus dem Buch:

„… Zum zweiten Mal innerhalb von vier Stunden hatte sich die Nacht über Syned gelegt. … Für die Beleuchtung sorgten lange Röhren, die sich an den Eiswänden entlangzogen. Die blubbernde blaue Flüssigkeit strömte durch sie hindurch und gab dabei ein warmes Glühen ab. „Unser Herzblut“, sagte Arkadie, während sie den Beralyx in die Obhut eines grünhäutigen, aufmerksamen Assistenten übergab. „Synedianische Algen.“ Die Meere unter dem Eis waren voll davon, wie sie erläuterte. Sie zogen ihre Energie aus hydrothermalen Spalten. Große Teile von Calimondretta waren einzig der Zucht und Verarbeitung der Algen gewidmet, aus denen sich sowohl Nahrungsmittel als auch Kraftstoff für die Kolonie herstellen ließen. „Wir nutzen jedes Molekül. Nichts wird verschwendet.““ (6)

Dem ist nichts hinzuzufügen!

 

Hintergrund:

Zu „leuchtenden“ Algen hatte ich ja weiter oben schon etwas geschrieben.

Mikroalgen werden heute tatsächlich teilweise in Rohrsystemen angebaut und zum Beispiel als Lebensmittel genutzt. Allerdings leuchten diese nicht! Ist aber eine schöne Idee… – Meeresleuchten im Glasrohr! 🙂

GlasröhrenMikroalgenanbau in Glasrohrsystemen (Copyright: Jörg Ullmann)

Und das waren sie, die Algen aus der Welt von Star Wars. Ich hoffe, Du hattest Spaß beim Lesen?! Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag und : „Möge die Macht mit Dir sein.“

 

(1) http://www.forbes.com/2010/09/29/star-wars-harry-potter-business-entertainment-movie-franchises.html

(2) http://www.jedipedia.net/wiki/Kategorie:Algen

(3) https://weltderalgen.wordpress.com/2013/05/06/alge-des-jahres-2013-panzergeisler-und-blaues-meeresleuchten/

(4) http://www.vorname.com/name,Amira.html

(5) https://weltderalgen.wordpress.com/2013/09/03/algen-gift-saxitoxin-die-selbstmordkapseln-der-cia-biologische-kampfmittel-muschelvergiftung/

(6) Star WarsTM Knight Errant: Jägerin der Sith; John Jackson Miller, 2012; Blanvalet, Randomhouse GmbH

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