Verfasst von: dieweltderalgen | 9. Januar 2015

Ulva: Alge des Jahres 2015. Leckerer Meersalat, der mit Bakterien kommuniziert…

Bei Ulva, dem Meersalat handelt es sich um eine Gattung überwiegend marin vorkommender Grünalgen (Makroalge), die unter anderem als Lebensmittel interessant sind. Ulva wurde 1753 erstmalig von Carl von Linnè beschrieben. Die einzelnen Arten sind aufgrund ihrer morphologischen Plastizität schwer zu bestimmen.

( Ulva Island (Neuseeland), Isle of Ulva (Schottland) oder Björn Ulvaeus (Sänger von ABBA) und selbst der Mädchenname Ulva haben mit der Alge aber nichts zu tun. 🙂 )

Meersalat_Ulva-Wuchsformen_copyright_Thomas-Wichard_webDie Gattung Ulva wächst bandförmig (links) oder wie ein Salatblatt (Mitte), wie diese an der Portugiesischen Küste gesammelten Exemplare. Im Labor kann die Interaktion zwischen jungen Algen und Bakterien unter standardisierten Bedingungen untersucht werden (rechts). Fotos und © Thomas Wichard, Universität Jena

Die Alge wurde von der Sektion „Phykologie“ der Deutschen Botanischen Gesellschaft zur Alge des Jahres 2015 gewählt. Für die Forscher ist vor allem die Kommunikation zwischen der Alge und Bakterien interessant. Bestimmte Bakterien helfen der Alge einen geeigneten Lebensraum zu finden und auch ihre typische Wuchsform, vergleichbar mit einem Salatblatt, auszubilden.

In der Natur kann Ulva, durch Einleitung nährstoffreicher Abwässer, gewaltige Algenblüten bilden. Letztes prominentes Beispiel  war China, 2008: Durch die Massenvermehrung der Alge war die Durchführung der olympischen Segelregatta gefährdet. Diese Eigenschaft macht Ulva aber auch interessant, sie eventuell als Wasserfilter für die Klärung von Abwässern einzusetzen.

Ulva vor Lissabon 2014Ulva an Steinen bei Ebbe an der Küste vor Lissabon, 2014 Foto und © Jörg Ullmann

Ulva wird seit jeher in küstennahen Regionen gegessen, vor allem in Asien, aber auch Amerika und mehr und mehr in Europa. Sie ist zart und dennoch bissfest, der Geschmack ist frisch-würzig und erinnert etwas an Sauerampfer (Die Alge wird auch Meerlattich genannt.). In Speisen wird es zu Salaten oder rohem Gemüse gereicht oder in Saucen, Eintöpfen, Omelettes, Vinaigrettes verarbeitet und oft zur Ummantelung von Speisen verwendet

Ulva enthält zwischen 7-20% Protein, <10% Lipide, 50-60% Ballaststoffe und einen hohen Anteil an Mineralien, vor allem Magnesium, Kalium und Kalzium. Die Gehalte an Inhaltsstoffen können stark variieren und sind von der jeweiligen Art, der Herkunft, der Jahreszeit und vielen anderen Faktoren abhängig. Der Jodgehalt ist, wie bei den meisten marinen Makroalgen erhöht und liegt zwischen 50 und ca. 250 mg/kg.

Für Ulva sind antivirale, antioxidative, antibakterielle, immunstimulierende und andere biologische Aktivitäten beschrieben.

Eric CoiselÈric Coisels Buch „Genuss aus dem Meer“. Das Buchcover zeigt ein Gericht mit Meersalat (Ulva): „Dicke Bohnen mit Rosmarin und Algen“, Originalzutaten: Meersalat, dicke Bohnen, Frühlingszwiebeln, Rosmarin, Butter, Olivenöl, feines Salz, frischer Pfeffer. Wer mehr wissen will, liest es am besten selbst!

Quellen:

– http://www.dbg-phykologie.de/pages/22PressemitteilungAlgeJahr2015.html#Anchor-64680

– Silva et al., 2013: The Marine Macroalgae of the Genus Ulva: Chemistry, Biological Activities and Potential Applications, Oceanography, Vol. 1, Iss. 1

– Satpati G. G. & Pal R., 2011: Biochemical composition and lipid characterization of marine green alga Ulva rigida- a nutritional approach, J. Algal Biomass Utln. 2 (4): 10– 13

– Benjama O. & Masniyom P., 2011: Nutritional composition and physicochemical properties of two green seaweeds (Ulva pertusa and U. intestinalis) from the Pattani Bay in Southern Thailand, Songklanakarin J. Sci. Technol., 33 (5), 575-583

– Coisel E., 2004: Genuss aus dem Meer: Algen, einfach köstlich & gesund, Walter Hädecke Verlag, Weil der Stadt

 

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