Verfasst von: dieweltderalgen | 26. November 2015

Brennende Algen: Yu-Gi-Oh!, Soda, Jod und Schießpulver

Wer Kinder im Alter zwischen 8 und 14 Jahren hat bzw. welche zwischen 8 und 88 Jahren kennt, dem ist vielleicht schon einmal das Kartenspiel „Yu-Gi-Oh!“ über den Weg gelaufen. Es ist ein recht komplexes Spiel aus  Japan, bei dem es um Angriff, Verteidigung, Zauber und Fallen geht und vor allem um die permanente Neukombination der verschiedenen Karteneffekte. Es gibt mehr als 6.000 verschiedene Karten und Du weißt natürlich nie, welche Dein Gegner hat – jedes Spiel ist anders! Unter diesen Karten gibt es nun EINE Algen-Karte…: die „Brennende Algen“  bzw. „Burning Algae“. Die will man im Spiel eigentlich gar nicht auf der Hand haben. Sie ist schwach im Angriff, mittelmäßig in der Verteidigung und wenn sie vom Gegner zerstört wird, bekommt der auch noch 1.000 Lebenspunkte dazu. Ich habe die Karte nun von Finn (13 Jahre), nach langer Suche, geschenkt bekommen  – Danke schön Finn, ich freue mich immer noch!!! Endlich habe ich die „Brennende Alge“…

Karte fertig

Yu-Gi-Oh! – Karte: „Burning Algae“

Aber was ist dran an den „brennenden Algen“? Gibt es das? Ich beginne zu recherchieren und die Antwort ist…: „JA, gibt es!“

Bestimmte Braunalgen zum Beispiel werden in der Bretagne schon seit langem zum Räuchern von Wurst verwendet. In diesem Fall brennen sie zwar nicht wirklich, glimmen und räuchern aber zumindest!

Die weitaus wichtigere Verwendung war aber die Veraschung (Verbrennung) verschiedener Braunalgen-Arten zur Gewinnung von Jod oder Soda (Natriumkarbonat). Das so gewonnene Soda wurde im 18. Jahrhundert zur Herstellung von Glas oder der Porzellanglasur verwendet. Der Name „Kelp“ (heute ein Sammelbegriff für verschiedene Braunalgen-Arten, z.B. „Kelp-Wälder“) bezog sich damals auf die Braunalgen, die verbrannt werden konnten bzw. auf die Algenasche selbst. An den Küsten Spaniens, Frankreichs und der britischen Inseln gab es eine Kelp-produzierende Industrie, die zehntausende Tonnen der Kelpasche herstellte.
(Die Asche verschiedener Braunalgen fand auch Verwendung bei der Herstellung von Schießpulver im 1. Weltkrieg.)

Und… – Algen sollen wieder brennen! Seit einigen Jahren werden weltweit aufwändige Forschungsarbeiten betrieben, um Algen als Rohstoff zur Herstellung von Kraftstoffen zu untersuchen. Davon aber später vielleicht mehr…

Screenshot fertigHistorische Anlage zur Verbrennung von Braunalgen in Frankreich, Screenshot/Quelle: http://www.abernet.fr

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