Verfasst von: dieweltderalgen | 1. Dezember 2015

Buchvorstellung / Susanna Bingemer: Superfoods (plus Rezept: Algensalat mit Apfel und Miso-Ingwer-Dressing)

Die Vorweihnachtszeit hat begonnen und ich möchte Euch in den kommenden Tagen einige sehr interessante Koch-bzw. Zubereitungs-Bücher und natürlich deren Erschaffer vorstellen. Die Autoren geben im Interview Geheimnisse preis, die bisher noch nicht an die Öffentlichkeit gedrungen sind! Es gibt ein kreatives Rezept „mit Alge“ dazu, welches Euch einladen soll, die Welt der Algen kulinarisch zu erkunden und… – es gibt jeweils ein Extrabonbon! Ihr seid gespannt? – Ich auch!

Bei dem ersten Buch handelt es sich um „Superfoods“ von Susanna Bingemer, erschienen im GU-Verlag (September 2015).

Was sind Superfoods, welches sind die interessantesten? Was ist das jeweils Besondere an ihnen? Wie verwende ich sie?

Diese Fragen beantwortet Susanna im Buch. Es werden 25 einheimische und auch exotische Superfoods (auch Algen! 🙂 ) im Porträt vorgestellt und es wird gezeigt, was man mit ihnen machen kann.  Das Ganze wird ansprechend umrahmt von tollen Bildern…

Interview:

Susanna, stellst Du Dich bitte kurz unseren Lesern vor?

Ich bin ziemlich neu- und wissbegierig und schreibe gerne. Mein Berufswunsch war ziemlich früh klar: Journalistin. Nach ein paar „Umwegen“ (habe z.B. als Deutschlehrerin in Indonesien gearbeitet und bei einem Entwicklungsprojekt in Ghana), schloss ich ein Linguistik-Studium ab und danach ein Volontariat beim Fernsehsender Pro Sieben. Weil aber mein Herz fürs Schreiben schlägt, verließ ich Sender und Festanstellung als Redakteurin wieder und arbeite nun seit Jahren als freie Journalistin und Autorin. Ich lebe mit Mann und Tochter am Stadtrand von München in einem Haus mit – ganz wichtig! – Garten.

Wann und warum hast Du irgendwann begonnen, Dich abseits der täglichen Mahlzeiten mit dem Thema „Ernährung & Essen“ zu befassen? Seit wann schreibst Du darüber?

Ich erinnere mich, dass ich schon als Jugendliche in einer Joghurtmaschine gerne selbst Joghurt angesetzt habe, weil ich den Prozess mit den Bakterien faszinierend fand und weil natürlich der selbstgemachte Joghurt viel besser schmeckte. Später, als Au Pair in Italien, hat mich das italienische Essen sehr beeindruckt, selbstgemachte Pasta usw. Da bekam ich ein Gefühl dafür, dass Essen auch Kultur ist. Das hat sich später noch vertieft zusammen mit meinem Mann, einem gelernten Koch. Wir haben gut gegessen zuhause oder auswärts und sehr viel über Essen in allen seinen Aspekten gesprochen (was wir immer noch tun). Damals hatte ich die Idee, unsere beiden Kompetenzen auch beruflich zu verbinden und mir „food und text“ ausgedacht. Das ist unser Redaktionsbüro, mit dem wir uns auf kulinarische Themen im weitesten Sinne spezialisiert haben, wir schreiben, entwickeln Rezepte und fotografieren diese Rezepte. Wir machen kulinarische Reisereportagen für Magazine, Restaurantkritiken, Kochbücher usw. Der Aspekt „gesunde Ernährung“ kam bei mir im Laufe der Jahre immer mehr dazu. Ein privater Auslöser war sicher meine Schwangerschaft im Jahr 2000, während der ich mir schon meine ersten Müslis mit Superfoods (nur hießen die damals noch nicht so) gemischt habe – mit Blaubeeren, Leinsamen und Erdmandeln. Dazu kamen mehr und mehr themenspezifische Aufträge, hier ein Sonderheft über vegetarische Ernährung, dort ein Interview mit einer Detox-mit-Rohkost-Expertin… Und weil ich meine Recherchen immer sehr intensiv betreibe (mein Cousin meinte, ich betreibe kulinarisches „method acting“) habe ich mich dann immer selbst entsprechend ernährt und dabei festgestellt, wie gut das meinem Gesamtbefinden tut. Das Thema gesunde Ernährung beschäftigt mich also seit Jahren beruflich und privat.

Essen wird in der Zukunft immer mehr zum „Statussymbol“, sagen die Trendforscher. Wie würdest Du Deinen Status bezüglich Deiner „Nahrungsaufnahme“ beschreiben?

Ich bin mir natürlich meiner privilegierten Situation bewusst, mir über meine Nahrung Gedanken machen zu können und auf ihre Qualität zu achten, sprich: dafür auch Geld in die Hand zu nehmen. Aber das ist natürlich auch eine Sache der Priorität, wofür man Geld ausgeben will. Wir sind noch nie in Billigdiscounter gegangen, wir gehen „teuer“ essen – aber z.B. ist unser Auto eine Schrottmühle (und das in München!) und wir kaufen keine teuren Klamotten etc.

Mein persönlicher Status: Ich bin überhaupt nicht der asketische Typ, ich esse und genieße gerne. Doch der gesundheitliche, der ökologische und der ethische Aspekt spielt bei meiner Nahrungsaufnahme eine große Rolle. Ich esse vegetarisch und phasenweise vegan und rohvegan. Natürlich kaufen wir immer bio und Fertigprodukte kommen uns sehr, sehr selten ins Haus – auch keinen veganen. Also wir praktizieren eigentlich das, was heute „clean eating“ genannt wird.

Was sind für Dich die interessantesten Trends und/oder Neuentdeckungen der letzten 5 Jahre? (Ernährungstrends und/oder Lebensmittel)

Die vegane und rohvegane Ernährung. Wobei ich die vegane Ernährungsweise schon gar nicht mehr als Trend bezeichnen würde. Ich denke, sie hat sich in der Gesellschaft verankert und wird bleiben bzw. sich noch mehr verbreiten.  Bei den Lebensmitteln: natürlich die sogenannten Superfoods. Ich finde es absolut faszinierend, wieviele hochpotente Nahrungsmittel es überall auf der Welt gibt und schon immer gab. (Ernährungs)wissenschaftler stehen ja zum Teil erst am Anfang mit ihren Erkenntnissen über die enormen Wirkungen dieser Nahrungsmittel und auch ihr Potential für die Ernährung der Zukunft. Ein sehr gutes Beispiel sind hier natürlich die Algen :-))

Dein neues Buch „Superfoods“ stellt heimische und exotische Superfoods, nebst Rezepten vor. Welche Superfoods verwendest Du gerade jetzt im November am häufigsten in Deinen Gerichten?

Das ganze Jahr über verwende ich Chia-Samen (vor allem im Müsli und im Brot) und Algenpulver (s.u.), jetzt in der kalten Jahreszeit achte ich auch auf Früchte und Beeren mit Vitamin-C-Gehalt wie z.b. Gojibeeren oder saisonbedingt natürlich Granatapfel.

Wann hast Du das erste Mal Algen gegessen und in welcher Form?

Wann, weiß ich nicht mehr, aber es war mit Sicherheit in Form von Sushi.

Welche Algen finde ich in Deiner Küche? Gibt es eine Alge, die Du zurzeit am liebsten zubereitest und isst?

Da ich Hashimoto habe, eine Autoimmunkrankheit, die die Schilddrüsenfunktion schwächt, muss ich mit dem Verzehr von Makroalgen vorsichtig sein wegen ihres Jodgehalts. Umso mehr freut mich die Möglichkeit, auf die Mikroalgen Chlorella und Spirulina ausweichen zu können, die ja kaum Jod enthalten, aber eine Menge positiver Inhaltsstoffe. Jeden Morgen trinke ich auf nüchternen Magen ein Glas Wasser, in dem ich Mikroalgenpulver aufgelöst habe (meistens Chlorella). Ab und zu esse ich auch einen Salat z.B. mit Wakame-Algen so wie in meinem Rezeptbeispiel.

Wann und wo kann man als Nächstes von Dir lesen? Gibt es schon ein neues Thema, an dem Du dran bist?

Nach den beiden Superfoods-Büchern (den Gesundheitsratgeber und das Kochbuch, beide GU Verlag), habe ich mich natürlich ein bisschen auf das Thema Superfoods spezialisiert und verfasse Artikel für Zeitschriften, z.B. fürs aktuelle Slowfood-Magazin über Rohkakao. Und ich schreibe auch auf meinem Blog eatsleepgreen.de über Superfoods. Auf diesem Blog geht es allgemein um einen „grünen“ Lebensstil, ums Gärtnern und Ernten, ums grün-vegetarisch-vegan kochen mit und ohne Superfoods, um vegetarische Restaurants und nachhaltige Hotels. Für die nahe Zukunft ist auch ein Buchprojekt über ein einzelnes Superfood im Gespräch.

Würdest Du uns bitte eines Deiner Rezepte vorstellen?

Ja, gerne: Algensalat mit Apfel und Miso-Ingwer-Dressing

Rezept für WdA

Zutaten für 4 Portionen

 

15 g Wakame-Algen

3 EL getrocknete Kapstachelbeeren oder Maulbeeren

1 Handvoll Frisee- oder Endiviensalat

1 Apfel

2 Selleriestängel

4 cm Ingwerwurzel oder 4 TL Ingwerpaste

3 EL helles Miso

2 EL Apfelessig

5 EL Rapsöl

Salz, Pfeffer

 

Wakame-Algen etwa 30 Min. in reichlich lauwarmem Wasser einweichen. Beeren mit 2 EL Wasser einweichen. Salat waschen, trockenschleudern und in Stücke zupfen.

Apfel waschen, vierteln und entkernen. Die Stücke quer in dünne Scheibchen schneiden. Selleriestängel quer in Scheiben schneiden. Ingwer schälen und reiben, mit Miso, Apfelessig, Rapsöl und dem Einweichwasser der Beeren verrühren.

Algen kalt abspülen, trocken schleudern, mit allen anderen Zutaten mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fertig!

 

 

Und das Extrabonbon???

Wir verschenken 3 signierte Bücher „Superfoods“ von Susanna!

Was müsst Ihr dafür tun?
Schreibt uns bis zum 8. Dezember als Kommentar unter diesen Beitrag die Frage auf die Antwort: „Nicht ohne meine Alge!“
Die drei lustigsten, kreativsten bzw. anderweitig außergewöhnlichsten Fragen/r bekommen das Buch geschenkt. 🙂 Viel Glück!

Ich möchte mich ganz herzlich bei Susanna bedanken! Ich wünsche Dir und Deinen Lieben eine schöne Vorweihnachtszeit und Dir und dem Buch viel Erfolg!

Du möchtest mehr von Susanna lesen?
Schau mal im Blog: „eatsleepgreen“ vorbei!

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Responses

  1. Hallo Jörg eine sehr tolle und interessante Buchvorstellung, was mich nun sehr neugierig auf das Buch macht.

    Ich würde mich wahnsinnig über dieses Buch von Susanne freuen, um mehr über Superfoods kennen lernen zu dürfen 🙂

    Außergewöhnliche Frage???: Gute Frage? Was sind Superfoods? Was sind Algen? Was war zuerst, Ei oder Huhn? Warum ist die Banane krumm? Ich habe keine Ahnung 🙂

    Aber jetzt mal im Ernst was ist der Unterschied zwischen Makro- und Mikroalgen?

    Liebe Grüße Kristin


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