Verfasst von: dieweltderalgen | 1. April 2016

Die Zukunft der Ernährung: Nichts essen! oder „The Photosynthetic Human“ („Der Algenmensch“)

Nachtrag vom 3. April 2016:
Vielen Dank an alle, die den diesjährigen Aprilscherz gelesen, geteilt und geliked haben! 🙂 Auf ein Neues im nächsten Jahr

  1. April 2016

Kaum ein Tag vergeht, an dem in den Medien nicht über Ernährung diskutiert und gestritten wird! Was ist die richtige und vor allem zukunftsträchtige Ernährung? Begriffe wie Flexitarier, Vegetarier, Veganer, Rohköstler, Kokovorie, Paleo, Frutarier, Pescetarier und Schokovorie (meine bevorzugte Ernährungsform!) schwirren durch die Luft. Jeder hat natürlich recht, aber is(s)t das die Zukunft? Ernährung bedeutet ja in der Hauptsache die Gewinnung von Energie und „Rohstoffen“. Und neuere Studien gehen davon aus, dass der Mensch, die „Krone der Schöpfung“, sich ernährungstechnisch in einer Sackgasse der Evolution befinden könnte!

Energie ist prinzipiell in unserer Welt im Überfluss vorhanden: Sonnenenergie, Erdrotation, Hitze im Erdinneren und vor allem auch viel heiße Luft, die allerorten produziert wird. Der Mensch nutzt indirekt über seine Nahrungskette die Sonnenenergie. Diese Energie wird aufwändig und unter Verbrauch enormer Ressourcen von Pflanzen gespeichert, oft von Tieren aller Art konvertiert und dann erst vom Menschen aufgenommen. Während im Laufe der Evolution die Pflanzen immer dünner und transparenter wurden (Beispiel: das Blatt oder die Alge), um Sonnenenergie immer effizienter nutzen zu können, wurden Tiere immer größer, dicker und intransparenter und können diese schier endlose Ressource nur über Umwege nutzen. Mit den bekannten Konsequenzen für Natur, Umwelt und Gesundheit!
Doch was ist der Ausweg? Und wieder hat die Natur die Lösung! Tiere (und zukünftig auch der Mensch) vergesellschaften sich mit Algen – den Photosynthesehochleistungsmaschinen „par excellence“. Beispiele solcher Symbiosen gibt es schon  genug: Süßwasserpolypen (Hydra plus Chlorella), die Algen in sich tragen; Schnecken (Elysia chlorotica plus Vaucheria), die um ihren Darm die Chloroplasten aus Algen ansiedeln; Plattwürmer (Symsagittifera roscoffensis plus Tetraselmis), die sich nur noch über „ihre“ Algen ernähren und deshalb sogar Mundöffnung und Speiseröhre verloren haben; es gibt photosynthetische Salamander (Ambystoma maculatum),photosynthetische Hornissen (Vespa orientalis) und photosynthetische Blattläuse (Acyrthosiphon pisum) um nur einige zu nennen. Wird es also bald den „Homo algasolaris“ – „The Photosynthetic Human“ geben?

„Die Welt der Algen“ hatte wieder einmal die seltene Gelegenheit zu einem exklusiven Gespräch mit den beiden führenden Wissenschaftlern auf diesem Gebiet, Herrn Prof. Wilston Bihr und Frau Dr. Neen Radler von der Coc University.

Bild

Beispiele für das Konzept „Photosynthetic Animal“ (Screenshot aus der Publikation von Rumpho M. E. et al., 2010, http://jeb.biologists.org/content/214/2/303)

„Die Welt der Algen“: Warum befinden wir uns hinsichtlich unserer Ernährung in einer Sackgasse der Evolution?

Prof. Wilston Bihr: Wenn ich nur daran denke: Anbau von Lebensmitteln, Ernte, Verarbeitung, Verpackung, Verteilung, Einkauf, Essen zubereiten, Verdauung, Klo… Das ist doch alles viel zu aufwändig! Schauen Sie sich Pflanzen an. Die stehen einfach nur rum und gewinnen einfach so ihre Energie. Unglaublich, wie viel Zeit ich hätte, wenn das bei mir schon funktionieren würde!

Dr. Neen Radler: Unsere Nahrungsaufnahme ist tatsächlich aufwändig und auch mit enormen Risiken verbunden. Denken Sie zum Beispiel an Allergien, Unverträglichkeiten und andere ernährungsbedingte Krankheiten, Mangelernährung, Hunger, Fettleibigkeit und so weiter…

 

„Die Welt der Algen“: Ist die Idee des „Photosynthetic Human“, also des Menschen der sich über Photosynthese ernährt, neu?

Prof. Wilston Bihr: Nein. Im kollektiv-evolutionären Unterbewusstsein des Menschen ist das schon lange angekommen! Denken Sie nur an den nackten Adam mit dem Blatt vorm Gemächt! Das wurde nur immer (schamhaft) falsch interpretiert. Oder denken Sie an Redensarten wie „Hab ich Moos auf`m Rücken?“ beziehungsweise „Ohne Moos nix los!“ oder „Du bist ja grün hinter den Ohren!“. Oder denken Sie an die esoterische Interpretation von „Lichtnahrung“. Alle Beispiele zeigen exemplarisch, dass der Mensch sich mit dem Thema „Mensch-Licht-Photosynthese-Ernährung“ schon immer (zumindest) auseinandergesetzt hat.

Dr. Neen Radler: Wenn Sie so wollen gibt es „The Photosynthetic Animal“ ja bereits, wie Sie schon ausführten. Meist vergesellschaftet sich das Tier dabei mit einer Alge oder deren Chloroplasten. Eine Idee für die Zukunft war auch mal der „Gärtnerwurm“ (http://www.geo.de/GEOlino/natur/tiere/die-kreaturen-der-zukunft-1134.html?t=img&p=5), an dem fieberhaft in den Laboren der Welt gearbeitet wird. Im Prinzip geht es „nur“ um eine Effizienzsteigerung! Die Nahrungskette „Licht-Pflanze-Tier-Mensch“ wird verkürzt auf „Licht-Mensch“, in der Wissenschaft bekannt als „Shortening of the food chain“.

 

„Die Welt der Algen“: Wie wird also die Zukunft aussehen, wie werden wir aussehen?

Prof. Wilston Bihr: Wir werden viel draußen rum stehen… – des Lichtes wegen.

Dr. Neen Radler: Wir selbst werden grün sein und segelähnliche Hautanhänge von 4-5 Metern Größe haben. Das brauchen wir, um unseren Energiebedarf mit Hilfe der Algen in unserer Haut zu decken (http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2010/08/13/photosynthese-bei-tieren/). Eventuell verlieren wir unser Verdauungssystem, weil wir es nicht mehr benötigen. Übernutzte Agrarlandschaften werden wieder zu Naturlandschaften. Hunger, Mangelernährung und ernährungsbedingte Krankheiten gibt es nicht mehr und wir werden viel Zeit für andere Dinge haben. Wir kaufen keine Lebensmittel mehr, müssen nicht mehr kochen oder zur Toilette gehen. Unser Leben wird ein ganz anderes.

 

„Die Welt der Algen“: Gibt es schon erste evolutionäre Schritte in diese Richtung?

Prof. Wilston Bihr: Ja. Schauen Sie mich an! Ich trage einen transparenten Plastikrucksack mit einer Algenlösung auf dem Rücken. Ich blase meine Ausatemluft, die Kohlendioxid enthält, da rein, die Algen wachsen mit dem Licht der Sonne und ich esse die Algen. Ich brauche keine Supermärkte mehr! Den Algenrucksack kann man ab jetzt in meinem Online-Shop kaufen. Investiert habe ich jetzt auch schon in CO2-Zertifikate. Das wird der Rohstoff der Zukunft. Wir werden das alle brauchen, wenn wir Photosynthese betreiben werden. Wahrscheinlich werde ich ganz furchtbar reich!

Dr. Neen Radler: Natürlich testen wir im Labor schon die subkutane Implantation von Algen. Evolution kann man doch immer beschleunigen und außerdem habe ich auch in ein paar CO2-Zertifikate investiert. Wir dürfen also gespannt sein!

 

„Die Welt der Algen“: Vielen Dank für das Gespräch!

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Responses

  1. Alle haben recht und sind in ihrenbeschreibungen stimmig,
    Kommt halt’auf dir spezie und darin auf die art dess individuums sogar an wie wir unsernaehren
    Ha N‘ isch

  2. „is“ch“ bin ein schokovorie ich esse ca. 300gr. Schokolade bei gelegenheit und dazu noch jede menge anderer kohlehytrate
    Denn pasta macht glucklich ^U

    HA N‘ ISCH


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