Verfasst von: dieweltderalgen | 10. Januar 2017

Alge des Jahres 2017: Die „Blaugrüne Felskugel“- uralt, genügsam und immer wieder Pionier

Als Erstes möchte ich Euch ein gesundes, friedvolles, glückliches und überhaupt tolles Jahr 2017 wünschen! Die Pipeline mit „Algen-Geschichten“ ist prall gefüllt und es wird mit Sicherheit ein spannendes Jahr…

Zu Beginn des Jahres wird traditionell von den Wissenschaftlern der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft die „Alge des Jahres“ vorgestellt, diesmal ist es die Blaugrüne Felskugel Chroococcidiopsis.

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Nach dem Aufbrechen der Beacon-Sandstein genannten Felsformation in der Antarktis wird die in den obersten Millimetern lebende Blaugrüne Felskugel (Chroococcidiopsis) sichtbar (Pfeile). Foto: Burkhard Büdel, TU Kaiserslautern

Die Blaugrüne Felskugel zählt zu den Cyanobakterien (früher auch Blaualgen genannt). Das Besondere an ihr? Sie trotzt Extrembedingungen und erschließt lebensfeindliche Orte als sogenannter Erstbesiedler. Der Einzeller lebt in Steinen und Flechten, hält hohe und niedrige Salzgehalte und UV-Strahlung aus und verkraftet ein breites Temperaturspektrum. Man findet die Alge in den obersten drei bis vier lichtdurchlässigen Millimetern in Granit, Marmor oder Sandsteinen, in Wüsten und heißen Quellen. Die Blaugrüne Felskugel überlebt sogar, wenn sie aufgrund von Austrocknung nur 5-6 Tage im Jahr aktiv sein kann und benötigt wenig Licht – nur etwa ein Zehntel der Lichtmenge eines trüben Wintertages.

Die Blaugrüne Felskugel fixiert Stickstoff aus der Luft und bereitet als Erstbesiedler so den Lebensraum für nachfolgende Lebewesen. In der Ökologie zählt sie zu den Bodenbildnern.

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Unter dem Mikroskop werden die einzelligen Felskugeln der Art Chroococcidiopsis cubanasichtbar, die von Gallerthüllen umgeben sind. Die Gallerthüllen schützen das Cyanobakterium vor extremer Austrocknung und übermäßiger Sonneneinstrahlung. Aufnahme: Tatyana Darienko, Universität Göttingen (SAG-Nr. 39.79)

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