Nachtrag vom 3. April 2016:
Vielen Dank an alle, die den diesjährigen Aprilscherz gelesen, geteilt und geliked haben! 🙂 Auf ein Neues im nächsten Jahr

  1. April 2016

Kaum ein Tag vergeht, an dem in den Medien nicht über Ernährung diskutiert und gestritten wird! Was ist die richtige und vor allem zukunftsträchtige Ernährung? Begriffe wie Flexitarier, Vegetarier, Veganer, Rohköstler, Kokovorie, Paleo, Frutarier, Pescetarier und Schokovorie (meine bevorzugte Ernährungsform!) schwirren durch die Luft. Jeder hat natürlich recht, aber is(s)t das die Zukunft? Ernährung bedeutet ja in der Hauptsache die Gewinnung von Energie und „Rohstoffen“. Und neuere Studien gehen davon aus, dass der Mensch, die „Krone der Schöpfung“, sich ernährungstechnisch in einer Sackgasse der Evolution befinden könnte!

Energie ist prinzipiell in unserer Welt im Überfluss vorhanden: Sonnenenergie, Erdrotation, Hitze im Erdinneren und vor allem auch viel heiße Luft, die allerorten produziert wird. Der Mensch nutzt indirekt über seine Nahrungskette die Sonnenenergie. Diese Energie wird aufwändig und unter Verbrauch enormer Ressourcen von Pflanzen gespeichert, oft von Tieren aller Art konvertiert und dann erst vom Menschen aufgenommen. Während im Laufe der Evolution die Pflanzen immer dünner und transparenter wurden (Beispiel: das Blatt oder die Alge), um Sonnenenergie immer effizienter nutzen zu können, wurden Tiere immer größer, dicker und intransparenter und können diese schier endlose Ressource nur über Umwege nutzen. Mit den bekannten Konsequenzen für Natur, Umwelt und Gesundheit!
Doch was ist der Ausweg? Und wieder hat die Natur die Lösung! Tiere (und zukünftig auch der Mensch) vergesellschaften sich mit Algen – den Photosynthesehochleistungsmaschinen „par excellence“. Beispiele solcher Symbiosen gibt es schon  genug: Süßwasserpolypen (Hydra plus Chlorella), die Algen in sich tragen; Schnecken (Elysia chlorotica plus Vaucheria), die um ihren Darm die Chloroplasten aus Algen ansiedeln; Plattwürmer (Symsagittifera roscoffensis plus Tetraselmis), die sich nur noch über „ihre“ Algen ernähren und deshalb sogar Mundöffnung und Speiseröhre verloren haben; es gibt photosynthetische Salamander (Ambystoma maculatum),photosynthetische Hornissen (Vespa orientalis) und photosynthetische Blattläuse (Acyrthosiphon pisum) um nur einige zu nennen. Wird es also bald den „Homo algasolaris“ – „The Photosynthetic Human“ geben?

„Die Welt der Algen“ hatte wieder einmal die seltene Gelegenheit zu einem exklusiven Gespräch mit den beiden führenden Wissenschaftlern auf diesem Gebiet, Herrn Prof. Wilston Bihr und Frau Dr. Neen Radler von der Coc University.

Bild

Beispiele für das Konzept „Photosynthetic Animal“ (Screenshot aus der Publikation von Rumpho M. E. et al., 2010, http://jeb.biologists.org/content/214/2/303)

„Die Welt der Algen“: Warum befinden wir uns hinsichtlich unserer Ernährung in einer Sackgasse der Evolution?

Prof. Wilston Bihr: Wenn ich nur daran denke: Anbau von Lebensmitteln, Ernte, Verarbeitung, Verpackung, Verteilung, Einkauf, Essen zubereiten, Verdauung, Klo… Das ist doch alles viel zu aufwändig! Schauen Sie sich Pflanzen an. Die stehen einfach nur rum und gewinnen einfach so ihre Energie. Unglaublich, wie viel Zeit ich hätte, wenn das bei mir schon funktionieren würde!

Dr. Neen Radler: Unsere Nahrungsaufnahme ist tatsächlich aufwändig und auch mit enormen Risiken verbunden. Denken Sie zum Beispiel an Allergien, Unverträglichkeiten und andere ernährungsbedingte Krankheiten, Mangelernährung, Hunger, Fettleibigkeit und so weiter…

 

„Die Welt der Algen“: Ist die Idee des „Photosynthetic Human“, also des Menschen der sich über Photosynthese ernährt, neu?

Prof. Wilston Bihr: Nein. Im kollektiv-evolutionären Unterbewusstsein des Menschen ist das schon lange angekommen! Denken Sie nur an den nackten Adam mit dem Blatt vorm Gemächt! Das wurde nur immer (schamhaft) falsch interpretiert. Oder denken Sie an Redensarten wie „Hab ich Moos auf`m Rücken?“ beziehungsweise „Ohne Moos nix los!“ oder „Du bist ja grün hinter den Ohren!“. Oder denken Sie an die esoterische Interpretation von „Lichtnahrung“. Alle Beispiele zeigen exemplarisch, dass der Mensch sich mit dem Thema „Mensch-Licht-Photosynthese-Ernährung“ schon immer (zumindest) auseinandergesetzt hat.

Dr. Neen Radler: Wenn Sie so wollen gibt es „The Photosynthetic Animal“ ja bereits, wie Sie schon ausführten. Meist vergesellschaftet sich das Tier dabei mit einer Alge oder deren Chloroplasten. Eine Idee für die Zukunft war auch mal der „Gärtnerwurm“ (http://www.geo.de/GEOlino/natur/tiere/die-kreaturen-der-zukunft-1134.html?t=img&p=5), an dem fieberhaft in den Laboren der Welt gearbeitet wird. Im Prinzip geht es „nur“ um eine Effizienzsteigerung! Die Nahrungskette „Licht-Pflanze-Tier-Mensch“ wird verkürzt auf „Licht-Mensch“, in der Wissenschaft bekannt als „Shortening of the food chain“.

 

„Die Welt der Algen“: Wie wird also die Zukunft aussehen, wie werden wir aussehen?

Prof. Wilston Bihr: Wir werden viel draußen rum stehen… – des Lichtes wegen.

Dr. Neen Radler: Wir selbst werden grün sein und segelähnliche Hautanhänge von 4-5 Metern Größe haben. Das brauchen wir, um unseren Energiebedarf mit Hilfe der Algen in unserer Haut zu decken (http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2010/08/13/photosynthese-bei-tieren/). Eventuell verlieren wir unser Verdauungssystem, weil wir es nicht mehr benötigen. Übernutzte Agrarlandschaften werden wieder zu Naturlandschaften. Hunger, Mangelernährung und ernährungsbedingte Krankheiten gibt es nicht mehr und wir werden viel Zeit für andere Dinge haben. Wir kaufen keine Lebensmittel mehr, müssen nicht mehr kochen oder zur Toilette gehen. Unser Leben wird ein ganz anderes.

 

„Die Welt der Algen“: Gibt es schon erste evolutionäre Schritte in diese Richtung?

Prof. Wilston Bihr: Ja. Schauen Sie mich an! Ich trage einen transparenten Plastikrucksack mit einer Algenlösung auf dem Rücken. Ich blase meine Ausatemluft, die Kohlendioxid enthält, da rein, die Algen wachsen mit dem Licht der Sonne und ich esse die Algen. Ich brauche keine Supermärkte mehr! Den Algenrucksack kann man ab jetzt in meinem Online-Shop kaufen. Investiert habe ich jetzt auch schon in CO2-Zertifikate. Das wird der Rohstoff der Zukunft. Wir werden das alle brauchen, wenn wir Photosynthese betreiben werden. Wahrscheinlich werde ich ganz furchtbar reich!

Dr. Neen Radler: Natürlich testen wir im Labor schon die subkutane Implantation von Algen. Evolution kann man doch immer beschleunigen und außerdem habe ich auch in ein paar CO2-Zertifikate investiert. Wir dürfen also gespannt sein!

 

„Die Welt der Algen“: Vielen Dank für das Gespräch!

Verfasst von: dieweltderalgen | 29. März 2016

Chlorella-Smoothie „Shades of Green“ von Jörg Ullmann

Der Frühling ist da! Die ersten Knospen öffnen sich und das erste zarte Grün der Blätter reckt sich der Frühlingssonne entgegen…
Und „Grün“ ist genau das Thema! Bei keiner Farbe können wir wohl mehr Farbtöne unterscheiden als bei dieser! Die farbgebende Substanz der Blätter ist das Chlorophyll und die chlorophyllreichste Pflanze die wir kennen, ist die Mikroalge Chlorella (chloros (griechisch): grün; gelbgrün & -ella: klein). Diese ist bestens geeignet für einen „innerlichen Frühjahrsputz“, zum Beispiel in Form eines Grünen Smoothies:

Smoothie 1 mittel

Smoothie „Shades of Green“ von Jörg Ullmann, veröffentlicht in „panorama“, Jahrgang 5, Nr. 1/ März 2016 (Foto: Kirstin Knufmann & Jörg Ullmann)

Zutaten für 2 Smoothies

 

1 mittelgroße Chicorée-Staude

1 Pink Grapefruit

1 Blutorange

1 Handvoll Feldsalat

1,5 EL Kokosöl

1 cm Ingwer

½ Handvoll Basilikum

2 TL Chlorella

½ Tasse Wasser

 

Zubereitung

 

Die Grapfruit, die Blutorange und den Ingwer schälen. Den Feldsalat und den Basilikum waschen. Alle Zutaten in den Mixer geben und ca. 45 Sekunden auf höchster Stufe mixen. Frisch verzehren!

Tipp für einen optisch schönen Smoothie:

Etwas vom Fruchtfleisch der Blutorange auslösen und auf den Boden der Gläser geben. Danach den Smoothie auffüllen und mit etwas Chlorella-Pulver toppen.

Smoothie mittel

(Foto: Kirstin Knufmann & Jörg Ullmann)

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Diese Melosira arctica zeichnete Christian Gottfried Ehrenberg um 1850 von einer Probe, die zuvor aus der Melville Bay im Nordwesten Grönlands geborgen wurde. Foto des Originals aus der Ehrenberg-Sammlung, © Museum für Naturkunde, Berlin

Die 30 Mikrometer große Kieselalge Melosira arctica wurde von der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft zur „Alge des Jahre 2016“ gekürt.

Kieselalgen sind, neben den Dinoflagellaten, die wichtigsten Primärproduzenten im Meer. Das heißt, sie verbrauchen große Mengen Kohlendioxid, bilden Sauerstoff und bilden den Anfang der meisten Nahrungsketten! Die Kieselalge Melosira stellt dabei im Arktischen Ozean einen Rekord auf: „Die Eis- und Kieselalge Melosira arctica ist die mit Abstand produktivste Alge im arktischen Ozean, wie wir aus unserer neuesten genetischen Studie wissen.“, erklärt der Biologe Dr. Klaus Valentin vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Sie steht für 45% (!) der arktischen Primärproduktion und hat damit eine enorme Bedeutung für die Ökosysteme.

Durch Zellteilung können mehrere Meter lange Fäden und Matten entstehen, die wie Vorhänge von den Eisschollen ins Wasser hängen. Diese Algenmatten fielen übrigens schon dem norwegischen Zoologen und Polarforscher Fridtjof Nansen auf seinen Expeditionen Ende des 19. Jahrhunderts auf, bei denen er auch Proben sammelte. Diese Proben werden heute noch im oben genannten Institut aufbewahrt.

Heute interessiert die Forscher vor allem der Einfluss des Klimawandels auf diese Eisalge.

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Viele einzellige Melosira arctica hängen in Gallerte verpackt von den sie tragenden Eisschollen in das Meerwasser hinab. Foto und ©: Julian Gutt, AWI

Ich hatte ja versprochen, Dir in der Vorweihnachtszeit einige Koch- bzw. Zubereitungsbücher und Ihre Autoren im Interview vorzustellen… Aber nicht nur das! Es gibt von den Autoren jeweils noch ein „Algen-Rezept“ zum Ausprobieren dazu und ein „Extrabonbon“ (am Ende des Beitrags)!
Heute möchte ich Dir Dr. Christine Volm und ihr neues Buch „wild & roh – Die besten Smoothies mit Wildpflanzen“ (erschienen im Verlag Eugen Ulmer) vorstellen. Ich kenne die liebe Christine schon seit ein paar Jahren und freue mich jedes Mal darauf, sie zu treffen, Ihren Vorträgen zu lauschen, bei Ihren Wildpflanzen-Exkursionen mitzumachen und vor allem: einfach mit Ihr über „Gott und die Welt“ zu reden. Die Vorträge und die Exkursionen zu besuchen ist absolut empfehlenswert, denn „die Frau“ hat ein ganz unglaubliches & umfangreiches Wissen und Geschick, dieses auch zu vermitteln – so dass es eine wahre Freude ist, Ihr zuzuhören und viel Nützliches und Neues dabei lernen zu dürfen! Wenn Ihr irgendwann einmal Schaumkraut und Malve knabbernd neben Ihr steht, wisst Ihr was ich hiermit gemeint habe… 🙂

Kurzvorstellung:

 

Dr. Christine Volm ist promovierte Gartenbauwissenschaftlerin und als Beraterin für Ernährung mit Rohkost und Wildpflanzen tätig. Sie kennt als Botanikerin die Wildpflanzen und hat langjährige eigene Rohkost-Erfahrung.

Dr. Christine Volm berät nicht nur Privatpersonen und bietet Seminare und Exkursionen zu den Themen „Essbare Wildpflanzen“ und „Rohkosternährung“ an, sondern arbeitet im Rahmen ihrer planerischen Tätigkeit im eigenen Ingenieurbüro auch Konzepte für Wildpflanzengärten aus.

(Planungs- und Ingenieurbüro Dr. Christine Volm, Wurmbergstr. 27, 71063 Sindelfingen, www.christine–volm.de)

Für die „Welt der Algen“ hat die überzeugte Rohköstlerin eine Ausnahme gemacht und ein Rezept für „Vegane Pfannkuchen mit Algen“ ausgetüftelt. Zum einen, weil sie daran glaubt, dass eine vegane Ernährungsweise uns allen und unserer Umwelt guttut, zum anderen, weil sie ihre Erfahrungen mit dem Algae-Drink gerne weitergeben möchten. Sonst sind ihre Rezepte ausschließlich rohköstlich und angereichert mit Wildpflanzen – ganz einfach bis gourmetklassisch – und in ihren Büchern zu finden.

Interview:

Wann und warum hast Du irgendwann begonnen, Dich abseits der täglichen Mahlzeiten mit dem Thema „Ernährung & Essen“ zu befassen? Seit wann schreibst Du darüber?

Essen war eigentlich schon immer mein Lieblingsthema – es gibt gefühlt kein Kinderbild von mir auf dem ich nicht esse. Allerdings habe ich dann vor über 30 Jahren festgestellt, dass ich nicht alles vertrage und dass meine damals noch konventionelle Ernährung nicht meiner Gesundheit förderlich ist. Damit begann die Suche nach einem neuen Weg, der mich von der Vollwertkost über Vegetarisches dann zu veganer Ernährung führte und ganz zum Schluss, vor 11 Jahren, zur Rohkost mit Wildpflanzen. Ich hatte Glück, als Botanikerin kennt man die Wildpflanzen, ich musste nur noch zugreifen. Seit dieser Zeit schreibe ich auch darüber, anfangs nur in Zeitschriften, später dann Bücher, um andere Menschen an diesen Möglichkeiten teilhaben zu lassen.

Essen wird in der Zukunft immer mehr zum „Statussymbol“, sagen die Trendforscher. Wie würdest Du Deinen Status bezüglich Deiner „Nahrungsaufnahme“ beschreiben?

Unabhängig (ich bin auf keine Rinderzucht in Kobe angewiesen), wild (Wildpflanzen sind meine beste Quelle für hochwertige gesunde Inhaltsstoffe), roh (Rohkost ist meine liebste und allumfassende Ernährungsform) und vegan. Das ist für mich wahrer Luxus.

Was sind für Dich die interessantesten Trends und/oder Neuentdeckungen der letzten 5 Jahre? (Ernährungstrends und/oder Lebensmittel)

Für mich persönlich natürlich die Wildpflanzen, für die sich gerade in den letzten Jahren immer mehr Menschen interessieren. Viele Menschen kommen auch nur aus kulinarischem Interesse zu meinen Exkursionen und Seminaren und entdecken dort dann über die Wildpflanzen auch neue Wege für ihre Ernährung.

Sicher gehören auch die Algen ganz vorne zu den Trendsettern, auch sie kommen langsam in den Küchen an.

Der Algae-Drink aus fermentierter Chlorella war für mich dieses Jahr eine besondere Neuentdeckung, auch wenn er nicht rohköstlich ist. Das Beachtliche daran ist die Eigenschaft, Butter und Eier zu ersetzen. Deshalb ist mein vorgestelltes Rezept hier ausnahmsweise auch etwas Gekochtes. Dieser Algae-Drink hat es mir ganz leicht gemacht, wirklich leckere Flädle (Schwäbische Pfannkuchen) für meine Enkelkinder zu machen, ohne dass ich vegane Ersatzprodukte aus Soja oder fragwürdigem Pflanzenfett besorgen musste, die für meine rohköstlichen Gerichte dann ohnehin nicht verwendet werden könnten und die ich auch Gästen, für die ich mal ausnahmsweise koche, nicht zumuten möchte. So reicht es, den Algae-Drink zuhause zu haben. Und eine Variante des Algae-Drinks ist jetzt ganz neu: Die Trinkmischung Sonnenfeuer auf der Basis vom Algae-Drink kann ebenso verwendet werden – so erhält man Flädle (Schwäbische Pfannkuchen) mit asiatischem Geschmack – perfekt für die Multikulti-Küche. Diese Trinkmischung enthält unter anderem Kurkuma, aus meiner Sicht ebenfalls ein aktueller Renner in unseren Küchen. Kurkuma steht stellvertretend für den Trend, Gewürze nicht mehr nur aus kulinarischen Gründen, sondern auch aus Gesundheitsgründen zu verwenden – immerhin kann man nun in jedem Bioladen rohe Kurkumawurzel kaufen, die ich zusätzlich zu den Wildpflanzen zum Beispiel auch gerne in Smoothies verwende. Smoothies sind nicht mehr ganz neu, aber auf jeden Fall ein Mega-Trend. Ich persönlich war nie ein Fan von püriertem Salat mit Obst, aber in Kombination mit Wildpflanzen anstelle von Salat finde ich sie perfekt. Ich habe ohnehin – auch schon vor dem Smoothie-Hype – viel püriert in meiner Rohkostküche und natürlich immer Wildpflanzen dazu verwendet und so ist auch „wild&roh“ entstanden, worin fast 50 Rezepte für Smoothies in unterschiedlichsten Konsistenzen enthalten sind – siehe unten.

Dein neues Buch „Wild und roh. Die besten Smoothies mit Wildpflanzen.“ stellt wieder heimische Wildpflanzen in den Focus. Was fasziniert Dich am „Unkraut“ und welche kann man jetzt im Dezember noch finden und essen?

Mich fasziniert Vieles an diesen Pflanzen, ihre Wuchskraft, ihre Anpassungs- und Durchsetzungsfähigkeit, ihr Gehalt an Inhaltstoffen und anderes mehr, aber das Schönste an den Wildpflanzen ist doch, dass sie gerecht sind – sie stehen wirklich jedem zur Verfügung, der vor die Tür geht, und das auch noch kostenlos.

Gestern habe ich folgende Arten gesammelt – in großen Mengen übrigens, für einen Vortrag: Labkraut, Gundermann, Goldnessel, Kleiner Wiesenknopf, Brombeerblätter, Hirtentäschel, Weinberg-Lauch, Schafgarbe, Hagebutten, Schaumkräuter

Und es gibt noch viele viele mehr – solange der Winter mild bleibt ist das gar kein Problem sie zu finden und viele Pflanzen sind auch im strengen Winter noch grün und verwendbar.

Wann hast Du das erste Mal Algen gegessen und in welcher Form?

Als Botanikerin, die lange in der Limnologie (Süßwasserkunde) gearbeitet hat, muss ich hier so antworten: Mit dem ersten Schluck Wasser in einem Natursee, habe ich natürlich auch meine ersten Algen gegessen. Das machen wir uns ja selten bewusst, dass jeder eigentlich schon Algen gegessen hat, auch wenn diese mikroskopisch klein waren. Wann ich das erste Mal makrophytische Algen gegessen habe, weiß ich gar nicht – sicher als Kind schon, vielleicht in Frankreich. Ich habe immer alles probiert, was man essen konnte, früher.

Welche Algen finde ich in Deiner Küche? Gibt es eine Alge, die Du zurzeit am liebsten zubereitest und isst?

Nori, Wakame, Dulse, Ulva, Kelp, Chlorella, Spirulina und Irish Moss – ich bin ein Food-Hunter und auch als Rohköstlerin immer geblieben, man weiß ja nie, ob man morgen nicht Gäste bekommt und dann ist Rohköstliches Sushi immer eine schnelle Option. Außerdem mag ich gerade sehr die knusprigen Wakame-Flocken, die man einfach so über Gerichte streuen kann – aber das wechselt immer mal – letztendlich mag ich sie alle.

Wann und wo kann man als Nächstes von Dir lesen? Gibt es schon ein neues Thema, an dem Du dran bist?

Als nächstes im Blog „tine-taufrisch“, da geht es dann um ein Rezept aus meinem neuen Buch „wild&roh – Die besten Smoothies mit Wildpflanzen“ – eine Verrine (Schichtspeise im Glas) aus Mandel-Sellerie Püree, Wildkräutern und Tomaten. Wer sich für weitere Veröffentlichungen interessiert, kann auch auf meiner Webseite www.christine-volm.de unter Presse nachlesen, da gibt es immer wieder Aktuelles. Und natürlich ist auch Neues geplant, aber leider noch nicht ganz spruchreif… aber bald. Derzeit bin ich vor allem damit beschäftigt, die Exkursionen, Seminare und eine Wildpflanzen-Ausbildung fürs nächste Jahr zu planen, da ist noch ganz schön was zu tun!

 

Rezept „Flädlesuppe Multikulti“

Flädleteig:

125 g Dinkelvollkornmehl

2 EL Sonnenfeuer

250 ml Mineralwasser mit Kohlensäure

Salz

Kokosöl zum Backen

Suppe:

1 kleine Zwiebel

etwas Kokosöl

1 Karotte

½ Fenchelknolle

1 Stange Staudensellerie

1 Zucchini

½ Handvoll frischen Liebstöckel oder 2 TL getrockneten Liebestöckel

Salz

Pfeffer

 

Für den Teig das Dinkelvollkornmehl mit dem Wasser und Salz mit dem Handrührgerät verquirlen und 20 Minuten quellen lassen. Dann das Sonnenfeuer-Pulver zugeben und zu einem glatten Teig verquirlen.

Aus dem Teig ca. 4-5 große Flädle (Pfannkuchen) backen, dazu die Pfanne mit Kokosöl einfetten. Die Flädle danach abkühlen lassen.

Für die Suppe die Zwiebel in Würfelchen schneiden und in Kokosöl anschwitzen. Das restliche Gemüse in kleine Würfel schneiden und zusammen mit dem Liebstöckel dazugeben. Mit Wasser auffüllen, so dass das Gemüse großzügig überdeckt ist und alles dann so lange köcheln lassen bis die Karotten gerade noch bissfest sind. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dann die Flädle aufrollen und in schmale Streifen schneiden, in einen Teller legen und die Gemüsesuppe dazu geben. Wer mag kann noch ein paar Wakameflocken darüberstreuen.

 

 

 

Und das „Extrabonbon“?
Wir verschenken zwei signierte Exemplare von Christines neuem Buch „wild & roh – Die besten Smoothies mit Wildpflanzen“!
(erschienen 2015 im Verlag Eugen Ulmer, ISBN: 978-3800184415)
Was Du dafür tun müsst? Einfach den Beitrag bis zum 12. Dezember „teilen“ oder „liken“. Ob Du beschenkt wirst, erfährst Du dann am 12. Dezember (Auswahl per Losziehung).

 

Ich möchte mich ganz herzlich bei Christine fürs Mitmachen und beim Verlag Eugen Ulmer für die Bereitstellung der Bücher bedanken! Ich wünsche Euch allen eine friedliche und schöne Vorweihnachtszeit und viel Erfolg für das Buch!

Du möchtest mehr von Christine lesen und/oder die Termine für Seminare/Exkursionen erfahren?

Schau mal hier:
Die Webseite www.christine-volm.de

Der Blog „tine-taufrisch“

Die Bücher Autorenseite auf Amazon

Die Vorweihnachtszeit hat begonnen und ich möchte Euch in den kommenden Tagen einige sehr interessante Koch-bzw. Zubereitungs-Bücher und natürlich deren Erschaffer vorstellen. Die Autoren geben im Interview Geheimnisse preis, die bisher noch nicht an die Öffentlichkeit gedrungen sind! Es gibt ein kreatives Rezept „mit Alge“ dazu, welches Euch einladen soll, die Welt der Algen kulinarisch zu erkunden und… – es gibt jeweils ein Extrabonbon! Ihr seid gespannt? – Ich auch!

Bei dem ersten Buch handelt es sich um „Superfoods“ von Susanna Bingemer, erschienen im GU-Verlag (September 2015).

Was sind Superfoods, welches sind die interessantesten? Was ist das jeweils Besondere an ihnen? Wie verwende ich sie?

Diese Fragen beantwortet Susanna im Buch. Es werden 25 einheimische und auch exotische Superfoods (auch Algen! 🙂 ) im Porträt vorgestellt und es wird gezeigt, was man mit ihnen machen kann.  Das Ganze wird ansprechend umrahmt von tollen Bildern…

Interview:

Susanna, stellst Du Dich bitte kurz unseren Lesern vor?

Ich bin ziemlich neu- und wissbegierig und schreibe gerne. Mein Berufswunsch war ziemlich früh klar: Journalistin. Nach ein paar „Umwegen“ (habe z.B. als Deutschlehrerin in Indonesien gearbeitet und bei einem Entwicklungsprojekt in Ghana), schloss ich ein Linguistik-Studium ab und danach ein Volontariat beim Fernsehsender Pro Sieben. Weil aber mein Herz fürs Schreiben schlägt, verließ ich Sender und Festanstellung als Redakteurin wieder und arbeite nun seit Jahren als freie Journalistin und Autorin. Ich lebe mit Mann und Tochter am Stadtrand von München in einem Haus mit – ganz wichtig! – Garten.

Wann und warum hast Du irgendwann begonnen, Dich abseits der täglichen Mahlzeiten mit dem Thema „Ernährung & Essen“ zu befassen? Seit wann schreibst Du darüber?

Ich erinnere mich, dass ich schon als Jugendliche in einer Joghurtmaschine gerne selbst Joghurt angesetzt habe, weil ich den Prozess mit den Bakterien faszinierend fand und weil natürlich der selbstgemachte Joghurt viel besser schmeckte. Später, als Au Pair in Italien, hat mich das italienische Essen sehr beeindruckt, selbstgemachte Pasta usw. Da bekam ich ein Gefühl dafür, dass Essen auch Kultur ist. Das hat sich später noch vertieft zusammen mit meinem Mann, einem gelernten Koch. Wir haben gut gegessen zuhause oder auswärts und sehr viel über Essen in allen seinen Aspekten gesprochen (was wir immer noch tun). Damals hatte ich die Idee, unsere beiden Kompetenzen auch beruflich zu verbinden und mir „food und text“ ausgedacht. Das ist unser Redaktionsbüro, mit dem wir uns auf kulinarische Themen im weitesten Sinne spezialisiert haben, wir schreiben, entwickeln Rezepte und fotografieren diese Rezepte. Wir machen kulinarische Reisereportagen für Magazine, Restaurantkritiken, Kochbücher usw. Der Aspekt „gesunde Ernährung“ kam bei mir im Laufe der Jahre immer mehr dazu. Ein privater Auslöser war sicher meine Schwangerschaft im Jahr 2000, während der ich mir schon meine ersten Müslis mit Superfoods (nur hießen die damals noch nicht so) gemischt habe – mit Blaubeeren, Leinsamen und Erdmandeln. Dazu kamen mehr und mehr themenspezifische Aufträge, hier ein Sonderheft über vegetarische Ernährung, dort ein Interview mit einer Detox-mit-Rohkost-Expertin… Und weil ich meine Recherchen immer sehr intensiv betreibe (mein Cousin meinte, ich betreibe kulinarisches „method acting“) habe ich mich dann immer selbst entsprechend ernährt und dabei festgestellt, wie gut das meinem Gesamtbefinden tut. Das Thema gesunde Ernährung beschäftigt mich also seit Jahren beruflich und privat.

Essen wird in der Zukunft immer mehr zum „Statussymbol“, sagen die Trendforscher. Wie würdest Du Deinen Status bezüglich Deiner „Nahrungsaufnahme“ beschreiben?

Ich bin mir natürlich meiner privilegierten Situation bewusst, mir über meine Nahrung Gedanken machen zu können und auf ihre Qualität zu achten, sprich: dafür auch Geld in die Hand zu nehmen. Aber das ist natürlich auch eine Sache der Priorität, wofür man Geld ausgeben will. Wir sind noch nie in Billigdiscounter gegangen, wir gehen „teuer“ essen – aber z.B. ist unser Auto eine Schrottmühle (und das in München!) und wir kaufen keine teuren Klamotten etc.

Mein persönlicher Status: Ich bin überhaupt nicht der asketische Typ, ich esse und genieße gerne. Doch der gesundheitliche, der ökologische und der ethische Aspekt spielt bei meiner Nahrungsaufnahme eine große Rolle. Ich esse vegetarisch und phasenweise vegan und rohvegan. Natürlich kaufen wir immer bio und Fertigprodukte kommen uns sehr, sehr selten ins Haus – auch keinen veganen. Also wir praktizieren eigentlich das, was heute „clean eating“ genannt wird.

Was sind für Dich die interessantesten Trends und/oder Neuentdeckungen der letzten 5 Jahre? (Ernährungstrends und/oder Lebensmittel)

Die vegane und rohvegane Ernährung. Wobei ich die vegane Ernährungsweise schon gar nicht mehr als Trend bezeichnen würde. Ich denke, sie hat sich in der Gesellschaft verankert und wird bleiben bzw. sich noch mehr verbreiten.  Bei den Lebensmitteln: natürlich die sogenannten Superfoods. Ich finde es absolut faszinierend, wieviele hochpotente Nahrungsmittel es überall auf der Welt gibt und schon immer gab. (Ernährungs)wissenschaftler stehen ja zum Teil erst am Anfang mit ihren Erkenntnissen über die enormen Wirkungen dieser Nahrungsmittel und auch ihr Potential für die Ernährung der Zukunft. Ein sehr gutes Beispiel sind hier natürlich die Algen :-))

Dein neues Buch „Superfoods“ stellt heimische und exotische Superfoods, nebst Rezepten vor. Welche Superfoods verwendest Du gerade jetzt im November am häufigsten in Deinen Gerichten?

Das ganze Jahr über verwende ich Chia-Samen (vor allem im Müsli und im Brot) und Algenpulver (s.u.), jetzt in der kalten Jahreszeit achte ich auch auf Früchte und Beeren mit Vitamin-C-Gehalt wie z.b. Gojibeeren oder saisonbedingt natürlich Granatapfel.

Wann hast Du das erste Mal Algen gegessen und in welcher Form?

Wann, weiß ich nicht mehr, aber es war mit Sicherheit in Form von Sushi.

Welche Algen finde ich in Deiner Küche? Gibt es eine Alge, die Du zurzeit am liebsten zubereitest und isst?

Da ich Hashimoto habe, eine Autoimmunkrankheit, die die Schilddrüsenfunktion schwächt, muss ich mit dem Verzehr von Makroalgen vorsichtig sein wegen ihres Jodgehalts. Umso mehr freut mich die Möglichkeit, auf die Mikroalgen Chlorella und Spirulina ausweichen zu können, die ja kaum Jod enthalten, aber eine Menge positiver Inhaltsstoffe. Jeden Morgen trinke ich auf nüchternen Magen ein Glas Wasser, in dem ich Mikroalgenpulver aufgelöst habe (meistens Chlorella). Ab und zu esse ich auch einen Salat z.B. mit Wakame-Algen so wie in meinem Rezeptbeispiel.

Wann und wo kann man als Nächstes von Dir lesen? Gibt es schon ein neues Thema, an dem Du dran bist?

Nach den beiden Superfoods-Büchern (den Gesundheitsratgeber und das Kochbuch, beide GU Verlag), habe ich mich natürlich ein bisschen auf das Thema Superfoods spezialisiert und verfasse Artikel für Zeitschriften, z.B. fürs aktuelle Slowfood-Magazin über Rohkakao. Und ich schreibe auch auf meinem Blog eatsleepgreen.de über Superfoods. Auf diesem Blog geht es allgemein um einen „grünen“ Lebensstil, ums Gärtnern und Ernten, ums grün-vegetarisch-vegan kochen mit und ohne Superfoods, um vegetarische Restaurants und nachhaltige Hotels. Für die nahe Zukunft ist auch ein Buchprojekt über ein einzelnes Superfood im Gespräch.

Würdest Du uns bitte eines Deiner Rezepte vorstellen?

Ja, gerne: Algensalat mit Apfel und Miso-Ingwer-Dressing

Rezept für WdA

Zutaten für 4 Portionen

 

15 g Wakame-Algen

3 EL getrocknete Kapstachelbeeren oder Maulbeeren

1 Handvoll Frisee- oder Endiviensalat

1 Apfel

2 Selleriestängel

4 cm Ingwerwurzel oder 4 TL Ingwerpaste

3 EL helles Miso

2 EL Apfelessig

5 EL Rapsöl

Salz, Pfeffer

 

Wakame-Algen etwa 30 Min. in reichlich lauwarmem Wasser einweichen. Beeren mit 2 EL Wasser einweichen. Salat waschen, trockenschleudern und in Stücke zupfen.

Apfel waschen, vierteln und entkernen. Die Stücke quer in dünne Scheibchen schneiden. Selleriestängel quer in Scheiben schneiden. Ingwer schälen und reiben, mit Miso, Apfelessig, Rapsöl und dem Einweichwasser der Beeren verrühren.

Algen kalt abspülen, trocken schleudern, mit allen anderen Zutaten mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fertig!

 

 

Und das Extrabonbon???

Wir verschenken 3 signierte Bücher „Superfoods“ von Susanna!

Was müsst Ihr dafür tun?
Schreibt uns bis zum 8. Dezember als Kommentar unter diesen Beitrag die Frage auf die Antwort: „Nicht ohne meine Alge!“
Die drei lustigsten, kreativsten bzw. anderweitig außergewöhnlichsten Fragen/r bekommen das Buch geschenkt. 🙂 Viel Glück!

Ich möchte mich ganz herzlich bei Susanna bedanken! Ich wünsche Dir und Deinen Lieben eine schöne Vorweihnachtszeit und Dir und dem Buch viel Erfolg!

Du möchtest mehr von Susanna lesen?
Schau mal im Blog: „eatsleepgreen“ vorbei!

Verfasst von: dieweltderalgen | 26. November 2015

Brennende Algen: Yu-Gi-Oh!, Soda, Jod und Schießpulver

Wer Kinder im Alter zwischen 8 und 14 Jahren hat bzw. welche zwischen 8 und 88 Jahren kennt, dem ist vielleicht schon einmal das Kartenspiel „Yu-Gi-Oh!“ über den Weg gelaufen. Es ist ein recht komplexes Spiel aus  Japan, bei dem es um Angriff, Verteidigung, Zauber und Fallen geht und vor allem um die permanente Neukombination der verschiedenen Karteneffekte. Es gibt mehr als 6.000 verschiedene Karten und Du weißt natürlich nie, welche Dein Gegner hat – jedes Spiel ist anders! Unter diesen Karten gibt es nun EINE Algen-Karte…: die „Brennende Algen“  bzw. „Burning Algae“. Die will man im Spiel eigentlich gar nicht auf der Hand haben. Sie ist schwach im Angriff, mittelmäßig in der Verteidigung und wenn sie vom Gegner zerstört wird, bekommt der auch noch 1.000 Lebenspunkte dazu. Ich habe die Karte nun von Finn (13 Jahre), nach langer Suche, geschenkt bekommen  – Danke schön Finn, ich freue mich immer noch!!! Endlich habe ich die „Brennende Alge“…

Karte fertig

Yu-Gi-Oh! – Karte: „Burning Algae“

Aber was ist dran an den „brennenden Algen“? Gibt es das? Ich beginne zu recherchieren und die Antwort ist…: „JA, gibt es!“

Bestimmte Braunalgen zum Beispiel werden in der Bretagne schon seit langem zum Räuchern von Wurst verwendet. In diesem Fall brennen sie zwar nicht wirklich, glimmen und räuchern aber zumindest!

Die weitaus wichtigere Verwendung war aber die Veraschung (Verbrennung) verschiedener Braunalgen-Arten zur Gewinnung von Jod oder Soda (Natriumkarbonat). Das so gewonnene Soda wurde im 18. Jahrhundert zur Herstellung von Glas oder der Porzellanglasur verwendet. Der Name „Kelp“ (heute ein Sammelbegriff für verschiedene Braunalgen-Arten, z.B. „Kelp-Wälder“) bezog sich damals auf die Braunalgen, die verbrannt werden konnten bzw. auf die Algenasche selbst. An den Küsten Spaniens, Frankreichs und der britischen Inseln gab es eine Kelp-produzierende Industrie, die zehntausende Tonnen der Kelpasche herstellte.
(Die Asche verschiedener Braunalgen fand auch Verwendung bei der Herstellung von Schießpulver im 1. Weltkrieg.)

Und… – Algen sollen wieder brennen! Seit einigen Jahren werden weltweit aufwändige Forschungsarbeiten betrieben, um Algen als Rohstoff zur Herstellung von Kraftstoffen zu untersuchen. Davon aber später vielleicht mehr…

Screenshot fertigHistorische Anlage zur Verbrennung von Braunalgen in Frankreich, Screenshot/Quelle: http://www.abernet.fr

Verfasst von: dieweltderalgen | 14. Oktober 2015

Vortragsankündigung: Sonntag; 18. Oktober 2015; VeggieWorld Düsseldorf

Im Rahmen der „VeggieWorld“ in Düsseldorf halte ich am Sonntag, dem 18. Oktober 2015 meinen neuen Vortrag:

VeggieWorld

Wo: Alte Schmiedehallen, Böhler Areal

Wann: Sonntag, 10.30 Uhr

Ich freue mich auf Euch!

Altmarkzeitung 16072015

Bericht in der Altmarkzeitung vom 16. Juli 2015, Danke!

volksstimme korrigiert 23072015

Bericht in der Klötzer Volksstimme vom 23. Juli 2015, Danke!

Ab und an halte ich ja Vorträge an den umliegenden Schulen zum Thema  „Algen“…  Doch dieses Mal sollte die Theorie der Praxis weichen: Am Donnerstag, dem 9.7.2015 waren wir auf Algen-Expedition! Wir, das waren die Schüler der Klasse 8a des Jahn-Gymnasiums Salzwedel gemeinsam mit ihren Klassenlehrern Frau Rolletschek, die das Ganze organisiert hat, und Herrn Schulz und ich als eingeladener  Algenexperte. Unser Ziel war der älteste Kieselgurtagebau der Welt in Oberohe (Lüneburger Heide).

Um 8 Uhr startete am Bahnhof Salzwedel der Bus Richtung Ferienpark Heidesee in Oberohe. Auf dem Gelände des heutigen Ferienparks befand sich von 1884-1970 das Abbaugebiet für das „Weiße Gold der Heide“. Der malerische Heidesee selbst ist eine ehemalige Kieselgurgrube und die jetzige Funball-Halle ein originaler Brennschuppen aus der Zeit, in der der Bodenschatz Kieselgur dort abgebaut wurde. Ein Kieselgur-Lehrpfad mit etwas verblassten Informationstafeln führt um den See. Zu sehen gibt es zum Beispiel das ehemalige Verwaltungsgebäude des Kieselgurwerkes und Loren, die für den Transport der Kieselgur genutzt wurden. An der einen oder anderen Stelle konnte das „Weiße Gold“ noch zwischen Wurzeln und Gestrüpp entdeckt werden. Es sieht aus wie weißer Sand, ist aber etwas mehliger. Der Entdecker der Kieselgur dachte wohl es ist Mehl und hat der Sage nach erfolglos versucht, damit Pfannekuchen zu backen…

Doch was ist Kieselgur eigentlich? Bei der Kieselgur handelt es sich um ein Sedimentgestein aus abgelagerten Resten von Kieselalgen. Diese mikroskopisch kleinen Algen kommen im Süß- und Salzwasser vor und haben eine sehr stabile Zellhülle aus Siliziumdioxid, die aus zwei schalenförmigen Teilen besteht. Diese stecken wie die zwei Teile einer Hutschachtel zusammen. Deshalb wurden die Kieselalgen oder auch Diatomeen früher als „Schachtellinge“ bezeichnet. Stirbt die Alge ab, sinkt das Kieselalgenhülle zu Boden und kann mächtige Sedimente bilden.

Kieselgur wird vielseitig industriell genutzt. Es war die Basis für die Entwicklung des Dynamits, findet sich als Putzkörper in manchen Zahncremes, ist Bestandteil von Farbanstrichen, findet sich in den Zündkappen der Streichhölzer,wird als Filtermaterial für Wasser oder bei der Herstellung von Bier verwendet und vieles mehr.

Die Wissenschaft kennt heute rund 6.000 verschieden Kieselalgenarten. Man vermutet, dass es deutlich mehr gibt. Sie sind Hauptbestandteil des Phytoplanktons der Meere und zählen zu den wichtigsten Primärproduzenten in den Ozeanen. Das heißt, sie stehen am Anfang vieler Nahrungsketten. Außerdem wird geschätzt, dass sie heute bis zu 20% des Sauerstoffs in der Atmosphäre liefern!

Die interessierten Gymnasiasten haben im Laufe der Exkursion viel über die Biologie und die ökologische Bedeutung der Kieselalgen erfahren. Außerdem wurden Proben von Kieselgur aus dem Boden entnommen und mikroskopiert. Am Heidesee ergab sich auch die Möglichkeit, heute lebende Arten im Mikroskop zu beobachten. Diese fanden sich vor allem in den braunen Überzügen auf den Schilfstengeln im Wasser. Zudem wurde ein einfacher Wasserfilter auf Kieselgur/Sand-Basis gebaut, der auch ganz gut funktionierte. Der schöne und abwechslungsreiche Ausflug war gegen 15 Uhr zu Ende.

Es war die erste Exkursion dieser Art, soll aber auf jeden Fall wiederholt werden.

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Das Guten Montags – Zitat stammt aus dem Film „Hector, Ritter ohne Furcht und Tadel“ von 1975 und kommt natürlich in typischer Bud Spencer – Manier daher:

„Du hast wohl Algen in Deinen Horchlöffeln? Die werd ich Dir mal richtig durchpusten! Ergibst du dich?”

Bud SpencerBud Spencer, 2009 (Foto: Karl-Martin Pold, Copyright: free use)

30.000…
Was bedeutet diese Zahl? Ich wollte mehr wissen, habe gründlich recherchiert, die vertrauensvollsten Quellen in den abgelegensten Bibliotheken zu Rate gezogen und…:

„30,000 (thirty thousand) is the natural number that comes after 29,999 and before 30,001.“ (Quelle: Wikipedia)

Aha! Für mich allerdings bedeutet diese Zahl, dass WAHNSINNIG viele Leuten die Beiträge im Blog gelesen haben. Nämlich Ihr! Toll! Danke schön!!! Partyyy…
Ich möchte gern etwas zurück geben: Schicke mir Deine Frage zum Thema „Algen“! Was wolltest Du schon immer mal wissen? Und mit etwas Glück ist die Antwort auf Deine Frage der nächste Blogbeitrag!

Los gehts! 🙂

1. Frage von Kathrin aus Deutschland: „Was heisst eigentlich ‚Alge‘? Woher kommt das Wort?“
Das Wort ‚Alge‘ leitet sich vom lateinischen ‚alga‘ ab und bedeutet: ‚Seegras‘ oder ‚Seetang‘.

2. Frage von Beatrice aus der Schweiz: „Wie könnte eine Mengen-Empfehlung für Chlorella Pulver/Tbl. lauten, um B12 Mangel vorzubeugen, allenfalls sogar zu kurieren?“

Die Antwort auf diese Frage ist etwas komplexer…
a) Nicht jedes Chlorella-Produkt enthält Vitamin B12. Es kommt auf die Anbaumethode und die entsprechenden -bedingungen an. Es gibt Chlorella-Produkte (meist durch Fermentation hergestellt), die enthalten gar kein Vitamin B12 und andere Produkte, die enthalten sehr viel. Die Chlorella, die ich nehme, enthält ca. 100 Mikrogramm/100 g dieses Vitamins. Das heißt, 3g täglich (leicht gehäufter Teelöffel) decken 120% der empfohlenen Tagesdosis und sollten damit, natürlich im Zusammenhang mit einer ausgewogenen Ernährung, auch gut einem B12-Mangel vorbeugen können. Alle Untersuchungen zeigen bisher, dass das Vitamin B12 aus Chlorella auch bioverfügbar ist.
b) Die Ursachen für einen B12-Mangel können vielfältig sein. Im Alter zum Beispiel nimmt die Aktivität des Intrinsic Factors, welches das B12 aktiv aus einer bestimmten Region des Darms aufnimmt, ab. Auch verringern entzündliche Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, bestimmte Medikamente und andere Einflussfaktoren die Aktivität des Intrinsic Factors. Das heißt, selbst wenn mit der Nahrung genügend B12 aufgenommen wird, kann es in diesen Fällen nicht in ausreichenden Mengen absorbiert werden! Hier sollte über andere Möglichkeiten einer Vitamin B12-Zufuhr nachgedacht werden!
(Anmerkung: Ich bin kein Therapeut. Ich beantworte die Frage aus meiner Sicht als Biologe. Wer unsicher ist, sollte seinen B12-Status überprüfen lassen (B12-Konzentration im Blut, MMA, Holo-TC und Homocystein in sinnvoller Kombination) und bei einem diagnostizierten Mangel unbedingt einen Therapeuten konsultierten!)

3. Frage von Uta aus Österreich: „Wie hoch ist der Insulin (-like) Growth Factor (IGF-1), wenn man 2 Teelöffel (Chlorella) in 200ml Wasser aufgelöst trinkt?
Diese Frage kann ich leider nicht wirklich beantworten… Es gibt meines Wissens nur eine Publikation, die sich zumindest mit dem Insulin-like Growth Factor-1 Rezeptor (IGF-IR) im Zusammenhang mit der Einnahme von Chlorella beschäftigt. In dieser wird gezeigt, dass ein Heißwasserextrakt aus Chlorella die Expression dieses Rezeptors steigert (Song S-H et al., 2012): http://www.spandidos-publications.com/ijmm/29/5/741

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